Katrin Goering-Eckardt MdB

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8. März 2010

23 Prozent weniger Lohn sind ein gleichstellungspolitisches Armutszeugnis!

Anlässlich des Internationalen Frauentages erklärt die Thüringer Bundestagsabgeordnete und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen):

"Durchschnittlich 23 Prozent weniger Lohn für Frauen sind ein gleichstellungspolitisches Armutszeugnis! Ein hochentwickeltes Land wie die Bundesrepublik Deutschland kann es sich nicht leisten, kluge und gut ausgebildete Frauen aufgrund ihres Geschlechts zu diskriminieren und deutlich schlechter zu bezahlen als ihre männlichen Kollegen.

Um so skandalöser ist es, dass in allen Ländern der EU mit hohen Lohnunterschieden diese Lohnunterschiede im Zeitraum von 1995 bis 2005 geringer geworden sind – außer in Deutschland! Wenn laut den neuesten Erhebungen der Hans-Böckler-Stiftung der Lohnunterschied sowohl in der Altenpflege als auch in Anwaltskanzleien begünstigt, weist das auf ein gesamtgesellschaftliches Problem hin, von dem nicht nur einige Berufszweige betroffen sind.

Wer diese Ungerechtigkeit ändern will, muss an beiden Enden der Gehaltsspanne anfangen: Dort, wo gut verdient und wo Entscheidungen getroffen werden, genauso wie im Niedriglohnsektor. Die "gläserne Decke" in den Hierarchien der Unternehmen musst durchbrochen werden. Nötig dafür ist unter anderem eine Quote für Frauen in Aufsichtsräten – noch liegt der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der 200 größten deutschen Unternehmen bei lausigen 9,8 Prozent. Nur wer die Männerbünde in den Führungsetagen offensiv aufbricht, gibt auch den Frauen auf der mittleren Führungsebene eine Chance, mit ihren männlichen Kollegen gleichzuziehen. Den Frauen, die die Mehrheit der Beschäftigen im Niedriglohnsektor darstellen, hilft ein gesetzlicher Mindestlohn, dass ihre Arbeit gerade im Betreuungs- und Pflegebereich fair entlohnt wird."

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