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Fotos: Johanniter/Stefan Trappe
23. April 2012
Aktuelles, Synodenpräses

60 Jahre Johanniter-Unfallhilfe

Katrin Göring-Eckardt gratuliert zum 60. Geburtstag und würdigt die Arbeit der Auslandshilfe der Johanniter

Januar  2010. Am Morgen höre ich in den Nachrichten, dass Haiti von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht wurde. Unfassbare Opferzahlen. Ich bin erschüttert, ratlos. Was kann man tun? Mir fällt ein, dass längst eine Maschinerie der Hilfe angelaufen ist, dass Hilfsgüter auf dem Weg sind. Und ich denke daran,  dass Frauen und Männer der Auslandshilfe sich in der Nacht entschieden haben, alles stehen und liegen zu lassen, um so schnell wie möglich ins Katastrophengebiet zu gelangen. Sie sind trainiert, professionell vorbereitet. Und setzen sich doch einer ungeheuren Belastung aus.

Schon nach wenigen Wochen lässt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nach. Die Reporterteams bauen ab, sie ziehen weiter zum nächsten Krisenherd. Doch jene, die gekommen sind um zu helfen, sie bleiben. Aus der Soforthilfe werden Strukturen, die dauerhaft tragen. Aus der mobilen Orthopädiewerkstatt in Haiti wird ein stationäres Reha-Zentrum. In Pakistan werden Gesundheitszentren wieder aufgebaut, die die große Flut zerstörte. In Indonesien wird die Bevölkerung in Erster-Hilfe geschult und auf Katastrophenfälle vorbereitet.

Und die Johanniter-Auslandshilfe engagiert sich nicht nur dort, wo Tsunami und Erdbeben uns das Leid der Menschen ins Bewusstsein rücken. Verlässlich ermöglicht sie in zahlreichen Projekten weltweit medizinische Grundversorgung, kämpft gegen Unterernährung und Kindersterblichkeit und sorgt für den Zugang zu sauberem Trinkwasser.  In Simbabwe organisiert Monika Esders, dass Brunnen gebohrt und Latrinen gebaut werden, um Krankheiten und Epidemien vorzubeugen.

Monika Esders ist einer der Menschen, die immer wieder auf sich nehmen, dorthin zu gehen wo Not herrscht und Mangel. Die sich wieder und wieder einbringen, mit der Leistungsfähigkeit der Johanniter-Auslandshilfe im Rücken, mit ihrer hohen Professionalität. Und nicht zuletzt sich selbst mit ihrer ganzen Person, mit ihrem  Vertrauen darauf, etwas verändern zu können. So wird immer wieder Großes zum Besseren gewendet, wenn auch manchmal in ernüchternd kleinen Schritten.

Ich finde, es ist gut zu wissen,  dass bereits  jemand hilft, während wir noch entsetzt die Katastrophe in den Nachrichten verfolgen. Es ist gut zu wissen, dass jemand Not lindert, die uns schon gar nicht mehr präsent ist. Und es gibt Grund genug, uns immer wieder selbst zu fragen, wie wir die Helfenden und ihre Organisation unterstützen können. In diesem Sinne geht mein Dank an die Auslandshilfe der Johanniter und stellvertretend an Monika Esders für ihr beeindruckendes Handeln.

 

Fotos: Johanniter/Stefan Trappe