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Danksagung beim Schlussempfang der Landeskirche zum 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden
--- ES GILT DAS GESPROCHENE WORT ---
Sehr geehrter Herr Landesbischof Bohl, sehr geehrter Herr Bischof Reinelt, sehr geehrter Herr Bürgermeister Hilbert, sehr geehrte Gäste,
‚der Dresdner Kirchentag hat ein Zeichen gesetzt’. Diesen Satz habe ich in irgendeinem Zeitungskommentar gelesen. Stimmt. Stimmt aber auch nicht. Denn was heißt hier ein Zeichen? Es waren tausende, abertausende, hunderttausende Zeichen! Die unzähligen Helferinnen und Helfer, die über Hundertausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben den Kirchentag zu dem gemacht was er wurde: ein Fest der Fröhlichkeit, ein Fest der Spiritualität, ein Fest der Einkehr, ein Fest der Ausgelassenheit. Ein Fest für alle. Ein Fest mit Nachdenklichkeit und mit Humor.
Der Kirchentag: das sind diejenigen, die mitmachen und dabei sind!
Und diese Dresdnerinnen und Dresdner! In den letzten Tagen konnte ich kaum glauben, dass die Christen in Dresden und Sachsen eine „bedrohte Minderheit“ sind. Was haben sie da für einen Kirchentag auf die Beine gestellt!
Zuallererst möchte ich der Landeskirche und ihrem Landesbischof Bohl danken. Das war fantastisch, wie Sie mit dafür gesorgt haben, dass sich hier alle willkommen fühlten: die Christinnen und Christen aus aller Welt – und genauso die Zufallsteilnehmer, die religiösen Zaungäste, die einfach so hineingeraten sind und sich plötzlich inmitten einer Gruppe wiederfanden, singend und nah beieinander.
Dem fröhlichen Protestantismus konnte man sich hier in Dresden nicht entziehen. Unvergesslich war der Moment als beim Eröffnungsgottesdienst sich der trübe Himmel plötzlich öffnete und die Sonne durchbrach. Ich möchte die sächsischen Protestanten gerne etwas fragen: Wie haben sie das bloß gemacht? Wie haben Sie diesen einzigartigen Lichteffekt hinbekommen? Könnten Sie mir da vielleicht einen Tipp geben...?
Anrede,
überhaupt ging ja diese wichtige Botschaft von diesem Kirchentag aus: Es gibt wirklich Wichtiges im Leben. Auch bei den vielen Jugendlichen war das zu spüren und zu hören, in Form von gemeinsamem Gesang und gemeinsamer Begeisterung – aber auch bei den Diskussionen, an denen viele von ihnen aktiv und kritisch teilgenommen haben. „... da wird auch dein Herz sein“: Dieser Kirchentag war gerade den jungen Menschen sehr wichtig, weil ihnen ihr Glaube wichtiger als alles andere ist.
Anrede,
mein ganz herzlicher Dank geht natürlich an die Stadt Dresden! Allen voran an die Oberbürgermeisterin Helma Orosz, sie hat sich lange im Vorfeld mit ihrer ganzen Energie für den Kirchentag eingesetzt. Ich wünsche ihr an dieser Stelle im Namen der ganzen Kirchentagsleitung schnelle und gute Genesung und dass sie ganz bald wieder all die Dinge tun kann, die ihr am Herzen liegen! Herrn Bürgermeister Hilbert möchte ich dafür danken, dass er die Oberbürgermeisterin so gut vertreten hat.
Dresden hat sich als friedliche, weltoffene Stadt gezeigt, als eine Stadt in der es keinen Platz für Intoleranz, Antisemitismus und Rassismus gibt. Nicht nur die vielen Veranstaltungen zum christlich-jüdischen Dialog oder das Gedenken zu Beginn haben das gezeigt. Es war ebenso auf den Straßen zu spüren. Die friedliche Stimmung hat selbst auf die Männergruppen abgefärbt, die während ihres sogenannten Herrentags durch die Stadt zogen, Dresden war während des Kirchentags eine Friedenszone und bleibt es ab jetzt auch. Die Polizei hat gebeten, dass wir nächstes Jahr wieder kommen, weil die Zahl der Schlägereien zum Herrentag dieses Jahr zurückgegangen ist.
Anrede,
es war ein Kirchentag, der gezeigt hat, was Engagement und aktive Bürgerbeteiligung ausrichten können. Mit seinen tausenden Helferinnen und Helfern ist der Kirchentag gelebte Mitmachkultur – für manche bis zur Erschöpfung. Er kann so ein Vorbild für die Demokratie im Ganzen sein. Vielleicht sogar ein weltweiter Exportartikel: Gestern bei der Pressekonferenz gab es schon eine erste offizielle Anfrage aus Singapur.
Der Kirchentag setzt ein Zeichen gegen diese zynische Haltung von wegen man kann ja doch nichts bewirken, alles ist alternativlos. Das Gegenteil ist richtig: Man kann, wenn man will. Und die Dresdner Kirchentagsgemeinde will!
Es gab viel ernste Debatten und Kontroversen, aber fröhliche Wettkämpfe am Rande: Thüringer Bratwurststände und sächsische standen an einigen Stellen direkt nebeneinander und stellten sich dem Geschmackstest. Ich als Thüringerin möchte die lieben Sachsen jetzt an dieser Stelle nicht mit dem inoffiziellen Abstimmungsergebnis ärgern…
Neben den wichtigen Debatten gab es viele überwältigende spirituelle Erlebnisse und viel Lust auf Theologie. Der Abendsegen mit Licht und Klang und den abertausenden von Kerzen auf der Elbe bleibt ganz sicher allen für immer in Erinnerung. Und, da bin ich mir ganz sicher: Sie werden weiter nach Hamburg schwimmen und dort allerspätestens zum 34. Evangelischen Kirchentag 2013 ankommen und die Herzen erwärmen. Dann spätestens sehen wir uns hoffentlich alle wieder.
Es war ein wunderbarer Kirchentag! Dresden hat die Herzen vieler tausend Menschen verzaubert.











