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Erster Antisemitismusbericht zeigt tiefe Verwurzelung menschenverachtender Gruppenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft
„Der heute vorgestellte Bericht Antisemitismus in Deutschland“ ist der erste seiner Art und zeigt, wie tief verwurzelt antisemitische Einstellungen und Klischees noch immer in unserer Gesellschaft verankert sind“ zeigt sich Göring-Eckardt besorgt über die Feststellungen des Berichtes, wonach 20 Prozent der Bevölkerung latente antisemitischen Einstellungen teilen.
„Der Bericht zeigt: 90 Prozent der konkret antisemitischen Straftaten werden von Tätern des rechten Spektrums begangen. Aber Antisemitismus reicht auch bis in die Mitte der Gesellschaft. Dem auf allen Ebenen entgegenzutreten ist daher auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es gilt, die Gruppen und Initiativen zu stärken, die sich dem Problem offensiv und oft auch erfolgreich annehmen und entgegenstellen. Im Bereich Fußball möchte ich hier z.B. auf Fanprojekte hinweisen, die viel gegen antisemitische Einstellungen und Anfeindungen leisten“, so die Abgeordnete weiter.
Den bei der heutigen Veranstaltung von allen Fraktionsvertreterinnen und -vertretern angekündigten interfraktionellen Schulterschluss bei der Bekämpfung von Antisemitismus begrüßte Göring-Eckardt ausdrücklich, mahnte aber auch an, dass die von Familienministerin Kristina Schröder eingeführte Extremismusklausel „nicht hilfreich“ gerade für Projekte für Toleranz und Demokratie sei. Vielmehr müssten Förderzeiträume für Projekte gegen Antisemitismus verlängert, Gesamtkonzepte aufgelegt und Nachhaltigkeit geschaffen werden:
„Eine Verstetigung der Aktivitäten Mittel im Kampf gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus sind daher das Mindeste, was aus dem heute vorgestellten Bericht folgen sollte. Egal ob in Bildungseinrichtungen, Sportvereinen oder politischen Gruppierungen: Der Schlüssel zu einer weltoffenen Gesellschaft ist die Stärkung von Engagements und Initiativen, die frei und ohne überwachungsstaatliche Zwänge arbeiten können müssen“, forderte Göring-Eckardt.
Abschließend wies sie darauf hin, dass die Generation derjenigen, die die NS-Zeit und die Judenverfolgung noch selber erlebt hatten, bald nicht mehr da sein wird und ein wichtiges Augenmerk daher zukünftig verstärkt auf den Erhalt und Schutz von Gedenkstätten als Orte des Vermittelns, des Lernens und der Erinnerungskultur gerichtet werden müsse.














