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24. November 2011
Zeitungen, Synodenpräses

Für Freiheit, Vielfalt und Zusammenhalt – gegen rechten Terror in Deutschland

Gemeinsame Erklärung und Anzeige in Tagespiegel und Hürriyet am 24. November 2011

Wir trauern um Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Yunus Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter.

Sie mussten sterben, weil sie dem Feindbild entsprachen, das Rechtsextreme von Menschen haben, die nicht ihrer Gesinnung oder ihrem Menschenbild entsprechen.

Wir sind beschämt, dass unser Staat ihnen keinen Schutz vor diesen terroristischen Verbrechen geboten hat. Wir fordern, die Morde vollständig aufzuklären und die Rolle deutscher Sicherheitsbehörden schonungslos offenzulegen. Das sind wir den Opfern, ihren Familien und Freunden schuldig. Es braucht eine Geste des Staates, die deutlich macht, dass wir alle die Trauer dieser Menschen teilen und sie nicht alleine sind.

Wir stehen ein für ein Deutschland, in dem alle ohne Angst verschieden sein können und sich sicher fühlen. Ein Land, in dem Freiheit und Respekt, Vielfalt und Weltoffenheit lebendig sind. Die Würde des Menschen ist unantastbar, so steht es in unserem Grundgesetz.

Rechtsextremismus und rechter Terror richten sich auch gegen unsere freie und friedliche Gesellschaft. Wir alle sind gefordert zu handeln – überall dort, wo Rechtsextreme versuchen, gesellschaftlichen Boden zu gewinnen. Wir müssen nicht nur Einzeltäter, sondern die Netzwerke und Strukturen des Rechtsextremismus in den Blick nehmen.

Es gilt, aus den Anschlägen und Angriffen von Solingen, Mölln, Hoyerswerda und Rostock sowie den weit über 150 Todesopfern rechtsextremer und rassistischer Gewalt endlich die richtigen Schlüsse zu ziehen. Der Kampf gegen Rechtsextremismus muss wieder zu einer zentralen Aufgabe aller demokratischen Kräfte werden. Es geht hier um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.

Rechtsextreme, Rassisten und verfassungsfeindliche Parteien haben in unserem demokratischen Deutschland keinen Platz.

Nie wieder rechter Terror in Deutschland!

 

Unterzeichnerinnen und Unterzeichner:

Fatih Akin, Regisseur

Feo Aladag, Regisseurin

Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Klaus J. Baade, Vorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration

Kurt Beck, Ministerpräsident Rheinland-Pfalz

Iris Berben, Schauspielerin

Senta Berger, Schauspielerin

Jens Böhrnsen, Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen

Frank Bsirske, Vorsitzender ver.di

Renan Demirkan, Schriftstellerin und Schauspielerin

Karamba Diaby, Vorsitzender des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates

Werner Dreibus Bundesgeschäftsführer der LINKEN

Dagmar Enkelmann, stellv. Fraktionsvorsitzende die LINKEN

Klaus Ernst, Vorsitzender der LINKEN

Sigmar Gabriel, Vorsitzender der SPD

Katrin Göring-Eckardt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland

Günter Grass, Literatur-Nobelpreisträger

Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender der LINKEN

Klaas Heufer-Umlauf, Moderator

Berthold Huber, Vorsitzender IG Metall

Anetta Kahane, Amadeu Antonio Stiftung

Navid Kermani, Schriftsteller und Orientalist

Kenan Kolat, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland

Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalen

Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württemberg

Renate Künast, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen

Caren Lay, Bundesgeschäftsführerin der LINKEN

Gesine Lötzsch, Vorsitzende der LINKEN

Peter Maffay, Musiker

Adnan Maral, Schauspieler

Aiman A. Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland

Jürgen Miksch, Vorsitzender des Interkulturellen Rates in Deutschland

Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft NGG

Sophia Oppermann, Geschäftsführerin von Gesicht zeigen!

Thomas Oppermann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion

Cem Özdemir, Vorsitzender Bündnis 90/Die Grünen

Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages

Yüksel Pazarkaya, Schriftsteller

Matthias Platzeck, Ministerpräsident Brandenburg

Edzard Reuter, ehem. Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz AG Claudia Roth, Vorsitzende Bündnis 90/Die Grünen

Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

Martin Schulz, Vorsitzender der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament

Erwin Sellering, Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommern

Zafer Şenocak, Schriftsteller

Tilman Spengler, Schriftsteller

Michael Sommer, Vorsitzender des DGB

Christian Staffa, Geschäftsführer der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

Frank-Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion

Jasmin Tabatabai, Schauspielerin

Ulrich Thöne, Vorsitzender der GEW

Ali Ertan Toprak, stellv. Vorsitzender der Alevitischen Gemeinde in Deutschland

Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen

Sinem Turaç, DFB-Integrationsbotschafterin

Haci-Halil Uslucan, Direktor des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung

Michael Vassiliadis, Vorsitzender IG BCE

Michael Verhoeven, Regisseur

Rebecca Weiss, Geschäftsführerin von Gesicht zeigen!

Klaus Wowereit, stellv. Vorsitzender der SPD