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Grußwort: SPD-Empfang
Anrede,
ich habe einfach mal in „Google“ zwei Worte eingegeben: „SPD“ und „Herz“. Das waren die ersten fünf Treffer:
• „Ein Herz für die SPD“ der SPD Hamminkeln – zu sehen zwei Personen, die einen herzförmigen roten Luftballon mit SPD-Emblem halten
• „Mein Herz schlägt links: Initiative linker SozialdemokratInnen in der SPD“
• SPD-Stadtverband Elze: „Eine starke Gemeinschaft steht für Kommunalpolitik mit Herz und Verstand“
• SPD-Ortsverband Rhauderfehn: „Das Herz sieht den Unterschied, wenn der Verstand noch am suchen ist!“ und
• „Erdinger SPD-Kreisrätin zeigt großes Herz für kleinen Buben“ – Zeitungsbericht über eine bayerische SPD-Politikerin, die sich eines kleinen vermissten Jungen angenommen und ihn der Polizei übergeben hat.
Die SPD hat und zeigt also Herz, es gibt noch weitere 5.420.000 weitere Verweise. Ich habe dann auch noch „CDU“ und „Herz“ eingegeben: da gibt es auch viel Herz, nämlich 2.430.000 Treffer, allerdings aber also quasi nur ein knappes halbes SPD-Herz... Weiter habe ich micht nicht herz-mäßig in die Parteienlandschaft begeben.
Aber Spaß beiseite: Das Wunderbare hier auf dem Kirchentag ist doch gerade, dass wir uns alle – die verschiedenen Parteien, ganz unterschiedliche gesellschaftliche Gruppierungen, junge und alte Menschen, aus Ost und West, fromm und nichtreligiös – dass sich hier in Dresden in diesen Tagen weit über 110.000 Dauergäste versammeln und wir uns unter eine gemeinsame Überschrift stellen: „… da wird auch dein Herz sein.“ Es geht dabei ums Schätze sammeln: Jesus warnt in diesem Bibelabschnitt davor, sich sinnlos Reichtümer auf der Erde anzuhäufen. All die materiellen Güter sind vergänglich, werden von Motten und Rost zerfressen und von Dieben gestohlen. Keine Reichtümer auf Erden sollen wir uns anhäufen, sondern vielmehr Schätze bei Gott sammeln, die niemand zerstören oder stehlen kann. Denn: „Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein“. Das Herz, das sei noch betont, ist in der Bibel der Ort des Verstandes, der an dem es ums Ganze geht. Wenn wir also über Verantwortung, Ressourcenverteilung, Verteilungsgerechtigkeit diskutieren und streiten, geht hier nicht darum, aus "dem Bauch heraus" für oder gegen dies oder jenes zu sein, sondern genau zu prüfen. Was ist ein Schatz und was zerfressen eh die Motten. Was hilft wirklich und was ist nur eine schicke Überschrift. Der Schatzsucherweg ist ja mitnichten einfach und klar, ganz im Gegenteil. Deswegen macht es die Bergpredigt auch so bedeutungsvoll: ....da wird auch dein Herz sein! Und sie ist eben auch leider keine einfache Anleitung für die Tages-, Wochen-, Wahlperiodenpolitik. Oder wie genau verstehen wir: Selig sind die Friedfertigen? Hier heißt es, zum Beispiel, nicht, dass die Pazifisten selig seien, in einer anderen Übersetzung sind es sogar die Friedensstifter. Da fällt es schon schwer zu eintscheiden, was das ist, friedfertig zu sein, Frieden zu stiften. Oder: Selig sind, die geistlich arm sind? Wer ist das, geistlich, nicht geistig (!) arm? Ist das Gottes Unterstützung für die Laizisten in der SPD?
Jedenfalls freue ich mich sehr, dass die Deutsche Sozialdemokratie auf diesem Kirchentag stark vertreten ist, dass sie mit redet und diskutiert, aber auch betet, bibelarbeitet und so weiter. Ich wünsche allen bei ihren Veranstaltungen gutes Gelingen, ich wünsche denen, die mitreden und diskutieren, denen, die nicht auf Podien sitzen, aber mindestens so wichtig sind, dass sie Gutes zu hören bekommen, dass ihre Gedanken und Ideen einfließen, so dass die Kirchentagsschatzkiste am Ende gut gefüllt sein wird. Vielen Dank außerdem für diesen Empfang, der Tradition ist, aber dennoch jedesmal neu und besonders.
Und so wünsche ich Ihnen und uns allen weiterhin eine gute und erfüllte Zeit hier in Dresden und viele herzerfrischende Begegnungen! Ich wünsche Gottes Segen und seien sie behütet.











