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Klima sucht Schutz
28. November 2011
Pressemitteilungen, Perspektiven

Hohe Erwartungen an Weltklimakonferenz in Durban – Kyoto fortführen und Strategie der unterschiedlichen Geschwindigkeiten voranbringen

Zu der heute beginnenden 17. UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban erklärt die Thüringer Bundestagsabgeordnete und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Katrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN):

„Der kürzlich veröffentlichte Weltklimabericht des Weltklimarates (IPCC) hat einmal mehr klargestellt: Wer den Klimawandel unterschätzt und nicht konsequent gegensteuert, wird das 2-Grad Ziel verfehlen, mit dramatischen Konsequenzen für Mensch und Umwelt. Das Jahr 2010 gehört trotz der Rekordwinter in Europa und Nordamerika neben 2005 zu den wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Naturkatastrophen sowie extreme Wettereignissen wie Dürren und Überschwemmungen werden bereits heute von einem stark schwankenden Klima begleitet. Trotz allem ist der Klimawandel kein Phänomen, welches nur die Schwächsten Gesellschaften betrifft, sondern bereits ganz konkret vor unserer Haustür stattfindet. Die deutsche Versicherungswirtschaft hat nicht zuletzt auf die besondere Betroffenheit Ostdeutschlands hingewiesen und sieht neben den menschlichen Folgen jährlich Schäden in Milliardenhöhe auf uns zukommen“, erklärt die Bundestagsabgeordnete und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages.

„Angesichts der wenig zufriedenstellenden Beschlüsse vergangener Weltklimakonferenzen und dem 2012 auslaufenden Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls müssen in Durban konkrete Ergebnisse stehen, die dem Klimaschutz und nicht dem Ressourcenhunger der Industrieländer dienen. Von Durban muss ein klares Signal für ein gerechtes und durchfinanziertes Weltklimaabkommen ausgehen. Die CO²-Emmissions-Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls müssen über 2012 hinaus fortgeführt und ein Fahrplan für ein weltweites Klimaabkommen bis spätestens 2015 erarbeitet werden. Der 2010 in Cancun beschlossene "Green Climate Fund" für die internationale Klimafinanzierung muss tragfähig ausgestattet und dauerhaft finanziert werden. Doch nicht nur hier ist die Bundesregierung gefragt,  ihren Initiativen und Sonntagsreden endlich mit klaren Beschlüssen zu untermauern: Nach dem eilig beschlossenen Atomausstieg der Bundesregierung ist der Klimaschutz auch in Deutschland eingeschlafen und angesichts der immer lauter werdenden Forderungen nach neuen Kohlekraftwerken sogar in sein Gegenteil verkehrt worden“, kritisiert Göring-Eckardt.

„Deutschland wird damit seiner Vorreiterrolle nicht gerecht. Doch diese braucht es dringend, um die internationalen Klimaverhandlungen auf feste Füße zu stellen. Deutschland muss im Schulterschluss mit der EU sowie den Großemittenten USA und China vorangehen und zeigen, wie die klimaneutrale Welt von morgen aussehen kann. Kommt es in Durban zu einer weiteren Verfestigung der Positionen von Vorreitern und Bremsern im Klimaschutz, so könnte dies verheerende Auswirkungen für die internationalen Klimaschutzbemühungen unter dem Dach der UN haben“, so Göring-Eckardt abschließend.