Banner um den Newsletter zu bestellen
Green New Deal
Rio+20
Grün macht gesünder
Fröhlich vegetarisch! Rezepte und mehr
Katrin Göring-Eckardt auf facebook
Klima sucht Schutz
9. September 2011
Aktuelles, Kultur

Konzert der STÜBAphilharmonie in Erfurt: Kulturprojekt Bosnien-Herzegowina 2011

Grußwort der Schirmherrin Katrin Göring-Eckardt im DASDIE Brettl

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Aktive der STÜBAphilharmonie,

 

„Musik ist die Melodie, zu der die Welt der Text ist“ – hat der Philosoph Artur Schopenhauer gesagt. Nun kann man zu Schopenhauer stehen wie man will, aber die Frage, wie Melodie und Text zueinander finden, ist eine spannende. Schon lange begleite ich die Aktivitäten der STÜBAphilharmonie mit großer Sympathie, nicht nur, weil es immer wieder so tolle, mitreißende und abwechslungsreiche Konzerte und Aufführungen sind, die Ihr uns bietet sondern – und ganz besonders -   wegen der Projekte, die weit über das Musizieren hinausgehen und die mich stets neu beeindrucken.

Gemeinsam zu musizieren, ohne Sprache schon eine gemeinsame Möglichkeit zu haben, sich auszudrücken, das ist es, was wir heute Abend hören und erleben werden. Nicht nur die Musik verbindet Euch über Ländergrenzen und Nationalitäten hinweg, auch der Wunsch, über den Tellerrand zu schauen und die Begegnung mit anderen Menschen zu suchen, Kommunikation global zu betreiben. Wenn heute von globaler Kommunikation die Rede ist, dann wird meist ausschließlich das Internet gefeiert – man denkt dann an Facebook, Skype, Youtube oder wie die Kanäle alle heißen.

Doch auch und gerade die Rolle von Musik ist von großer Bedeutung, wenn es um den Austausch und die Verbindung zwischen unterschiedlichen Menschen, Nationen und Kulturen geht. Das beweisen nicht nur die großen, internationalen Musikfestivals, auch das Bosnien-Projekt der STÜBAphilharmonie ist ein großartiges Beispiel dafür:  Mit den Erfahrungen aus Projekten in Rumänien, Serbien und Kroatien lädt die STÜBAphilharmonie dieses Jahr nun Musikerinnen und Musiker aus Bosnien-Herzegowina ein, mit ihnen zusammen zu musizieren. Vier Wochen lang werdet Ihr gemeinsam proben und auftreten, und die Musik wird dabei Eure gemeinsame Sprache sein. Darüber hinaus werden gemeinsame Reisen mit den jungen Menschen aus Bosnien und Besuche in deren Heimatstädte sicher einen intensiven, zwischenmenschlichen Kontakt über die Musik hinaus ermöglichen. Und das gemeinsame Feiern werdet Ihr sicherlich auch nicht zu kurz kommen lassen…

Dass die Musik dazu der Anlass ist, ist völlig stimmig.

Musik bedeutet nämlich Kommunikation – zwischen den Orchestermitgliedern, zwischen den Musikern und dem Publikum, aber auch zwischen dem Musizierenden mit einem tiefer liegenden Teil seiner Selbst. Manche mögen sogar sagen, mit etwas Göttlichem. Und Musik ist häufig Anlass, auch andere Wege der Kommunikation einzuschlagen, denn sie macht offen für Anderes – andere Menschen, andere Kulturen. Das habt Ihr in der Vergangenheit ja schon häufiger bewiesen.

Kultur ermöglicht so offene Begegnungen und macht im besten Fall frei von vorgefertigten Meinungen und Vorurteilen. Ich finde es großartig, dass Ihr mit so einem Engagement daran geht, diese Wege und Begegnungen zu ermöglichen, offen und neugierig zu sein, andere daran teilhaben zu lassen und dabei auch noch wunderbare Musik zu machen.

Ihr tut damit – das kann ich als Politikerin hier auch mal sagen – nicht nur etwas für Euch und die Menschen, die Ihr treffen werdet, Ihr tut auch etwas für das Zusammenwachsen von Europa, für die Völkerverständigung auf unserem Kontinent und damit für Eure und unser aller Zukunft. Das kann nicht nur in diesen Zeiten kaum von Schaden sein! „Musik ist die Melodie, zu der die Welt der Text ist“. Während ihr zusammen Melodien spielt, schreibt ihr diesen Text – und er ist eine gute, eine ermutigende Botschaft für euch, für uns und für den Gedanken eines wachsenden und einigen Europas.

Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg, bereichernde Begegnungen und Erfahrungen, Freude, gutes Gelingen und freue mich jetzt auf das Konzert!