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		<title>Katrin Göring-Eckardt</title>
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		<description>Aktuelle Neuigkeiten und Nachrichten.</description>
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		<lastBuildDate>Fri, 18 May 2012 00:00:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title>&quot;Erdverbunden - Himmelwärts&quot; - Predigt zu Christi Himmelfahrt</title>
			<link>http://goering-eckardt.de/detail/nachricht/erdverbunden-himmelwaerts-predigt-zu-christi-himmelfahrt.html</link>
			<description>Predigt von Katrin Göring-Eckardt, Präses der Synode der Evangelischen Kirche Deutschland, am 17. Mai 2012 zu Christi Himmelfahrt im Schlosspark Mupperg</description>
			<content:encoded><![CDATA[Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn und Bruder Jesus. Amen.

Liebe Gemeinde,
Frühling. Wärme und das Erwachen der Natur. Aufblühen, wohin man schaut. Nicht umsonst eine Jahreszeit, in der &quot;Himmel-fahrt&quot; liegt, weil unsere Seele Flügel bekommt, durchatmet, neu Kraft schöpft nach einem langen und dunklen Winter. &quot;Wie lieblich ist der Maien&quot; – ja, liebe Gemeinde hier auf der Grenze zwischen Südthüringen und in Nordfranken – einer Grenze, die diese Landschaft solange durchschnitten hat, dem Himmel über ihr aber nichts anhaben konnte: Wir Menschen haben Sehnsucht nach dem Himmel, nach diesem Mehr im Leben, dem Ganz Anderen. Sehnsucht, über uns hinaus zu wachsen und mehr als all das zu erleben, was uns so tagtäglich und im Alltäglichen umgibt und manchmal auch zu Boden drückt. Diese Sehnsucht spiegelt sich für gläubige Menschen, für Christenmenschen wie wir es sind, in der Himmelfahrt. Irgendwie faszinierend ist die Himmelfahrtsgeschichte, die wir gerade gehört haben, aber auch vage und nicht wirklich greifbar, geheimnisvoll, bleibt im Ungefähren und ist nur eine Ahnung, was da passiert und was genau gemeint ist: Eben war das Göttliche noch da und mitten unter uns, und jetzt ist es wieder weg. Seither sind die Menschen auf der Suche nach dem Mehr und dem ganz Anderen, dem Besonderen oder auch Transzendenten – nach dem Himmel, Ort unserer Sehnsucht. Und was haben wir Menschen nicht schon alles angestellt, um diese Sehnsucht zu stillen und den Himmel zu finden – ganz hoch hinaus hat es uns gezogen.
Ziemlich genau 59 Jahre ist es her – es war am 29. Mai 1953 – da haben die ersten beiden Menschen das Dach der Welt, den Mount Everest, betreten: Tensing Norgay aus dem kleinen Volk der Sherpa und der Neuseeländer Edmund Hillary haben an diesem Tag versucht, <u>ihre</u> Sehnsucht nach dem Himmel zu stillen. An besagtem Tag haben sie beide schließlich für etwa eine viertel Stunde in 8850 Meter Höhe zugebracht. Zuvor schon waren etliche Menschen seit den 1920er Jahren immer wieder an ihrer Sehnsucht, den Himmel zu stürmen, gescheitert und haben das nicht selten mit dem Leben bezahlt. Dann, vor 59 Jahren also, wurde der dritte Pol der Menschheit erreicht – nach dem südlichsten und nördlichsten Punkt unserer Erde, Südpol und Nordpol, nun auch der höchste Punkt: der Mount Everest. Die Sehnsucht nach ganz oben, dem Himmel entgegen, hatte sie getrieben. Aber als sie zurück kehrten, mussten beide feststellen, dass sie nun zwar berühmt waren und gefeiert wurden, dass sie aber das, was sie doch eigentlich gesucht hatten, nicht gefunden hatten. Das Leben in all seinen Niederungen ging weiter wie bisher. Und als 25 Jahre nach den beiden Reinhold Messner mit seinem Partner Peter Haberer ohne zusätzlichen Sauerstoff 1978 den Gipfel des Mount Everest erreichen, klingt deren anschließender Bericht alles andere als die Erfüllungen ihrer Sehnsüchte nach dem Himmel: Jeder Schritt sei eine Qual gewesen und sie hätten Angst gehabt, verrückt zu werden wegen des Mangels an Sauerstoffs in der Höhe und der Kälte und all dieser fürchterlichen Strapazen. Als sie schließlich auf dem Gipfel standen, hätte sie dort weder Rausch noch Freude ergriffen. Peter Haberer wollte nur so schnell wie möglich wieder herunter, weil er die Befürchtung hatte, durchzudrehen. Und Reinhold Messner stellte fest: Da sei nur eine schreckliche Leere gewesen, als er sich mit den letzten Reserven seines Willens unendlich langsam nach oben gezwungen hätte: Kein Gedanke, kaum ein Blick in die Umgebung und auf die anderen Achttausender des Himalaja, nur wie mechanisch ein paar Bilder mit der Kamera geschossen und dann nichts wie wieder runter! Keine Euphorie, keine Stillung der menschlichen Sehnsucht nach dem Mehr, auf dessen Suche wir alle doch sind, ganz im Gegenteil: Angst und Leere und eine Gefahr, die viele vor und auch nach ihnen mit dem Leben bezahlt haben.
Da gibt es einerseits die Sehnsucht, die Suche, den Drang nach dem Himmel, dem ganz Anderen, der Höhe, die Menschen antreibt. Und andererseits die Erfahrung, dass wir all das dort, wo wir es im Spektakulären suchen, häufig gar nicht finden. Lasst uns gemeinsam noch einmal auf ein paar Verse der Himmelfahrts-Geschichte hören, der dieser Tag heute zugrunde liegt und die wir vorhin bereits vollständig in der Schriftlesung gehört haben (aus Apg. 1, 4-11):
Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein. Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. 
Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.
Was für ein show-down, liebe Gemeinde, von dem der Evangelist Lukas zu Beginn seiner Apostelgeschichte berichtet! Die Jünger wollen mit Jesus auf den letzten Drücker quasi noch letzte Fragen klären, wollen wissen, wie es jetzt weitergehen wird nach Leiden, Tod am Kreuz und der Erfahrung der Auferstehung am Ostermorgen. Was wird die Zukunft bringen? Jesus aber verweigert ihnen eine Antwort – lässt die Zukunft also offen – und gibt ihnen doch als Trost mit auf den Weg, dass sie bald mit dem Heiligen Geist beschenkt werden. Vorausblick auf das Pfingstfest, das vor der Tür steht. Dann ist es vorbei und er &quot;fuhr gen Himmel&quot;. Verständlicherweise starren ihm Alle nach. Die zwei Männer in den weißen Gewändern holen die Jünger auf den Boden zurück, lenken ihren Blick wieder ins Hier und Jetzt, dorthin, wo das Leben weitergeht.
Ich finde diesen kurzen Fragesatz der beiden wichtig: &quot;Was steht ihr da und seht zum Himmel?&quot; Diese wenigen Worte konfrontieren uns alle mit unseren Sehnsüchten, mit unserer Suche nach dem Himmel und dem Mehr im Leben, nach dem, was über alles Alltägliche hinausgeht – und erden diese Sehnsucht wieder. Eben: Erdverbunden-himmelwärts. Der Satz der beiden weißgewandeten Gestalten (sind es Engel? Einfache Männer aus dem Volk? Oder Propheten? Das bleibt offen) hält uns bis in die heutige Zeit einen Spiegel vor mit unserer Sehnsucht nach dem Himmel. Einen Spiegel, wenn wir auf der Suche nach der Himmelfahrt, über uns hinaus, sind. Im immer Höher, immer Schneller, immer Extremer, wie es Mode ist in unseren Tagen (und wahrscheinlich schon seit Menschengedenken irgendwie Mode war), werden wir das, was wir suchen, jedenfalls nicht finden. Auf dem Mount Everest ist es beispielsweise kalt und leer und unwirtlich und die, die dort oben waren, wollten ganz schnell wieder runter. Wenn sie es überhaupt bis nach oben geschafft haben und nicht unterwegs schon auf der Strecke geblieben und Opfer ihrer eigenen Sehnsucht nach dem Himmel geworden sind. Was steht ihr da und seht zum Himmel? Das ist ein Satz, der uns Christinnen und Christen den Blick wieder auf die Erde zurück lenkt, auf den Weg, der vor uns liegt und den wir gehen und gestalten sollen und dürfen. Einen Weg, der offen ist. Denn: Himmelfahrt, die Erfahrungen des Himmels auf der Erde, die machen wir nicht irgendwie außerhalb von uns in der Höhe oder Tiefe oder an einem ganz besonderen fernen Ort. Der Himmel auf Erden, der geschieht mitten unter uns. Eben: &quot;Erdverbunden – Himmelwärts&quot;, wie es Ihr Motto an diesem Tag so schön auf den Punkt bringt.
23 Jahre ist es gerade einmal her, liebe Gemeinde hier auf der Grenze zwischen Franken und Thüringen, da konnte dieses Fest der Himmelfahrt in dieser Region noch nicht gemeinsam gefeiert werden. Und an diesem Ort hier schon gar nicht: Sperrbezirk, betreten verboten, Schießbefehl. Gefängnis oder sogar Tod: Ungezählte Menschen haben ihre Sehnsucht nach Weite, nach Freiheit und Entfaltung an der innerdeutschen Grenze und in Berlin mit dem Leben bezahlt – wir alle wissen das – und Sie ganz besonders, die Sie hier leben, werden davon das ein oder andere Lied singen können. Noch vor 23 Jahren also konnten Nachbarn nicht zueinander kommen, durfte diese Wiese hier im Schlosspark der heutigen Seniorenresidenz und des Alten- und Pflegeheimes der AWO Mupperg nur von ausgewählten Leuten betreten werden. Die Menschen mussten getrennt feiern, weil eine menschenverachtende Schneise und ein Metallgitterzaun diese Landschaft hier teilte. Unüberbrückbar die Wege zwischen den Pfarrbezirken Neuhaus-Schierschnitz und Mupperg in Thüringen und Hassenberg, Gestungshausen, Burggrub und Mitwitz in Franken. Aber der Himmel über ihnen und uns kann nicht geteilt werden – nicht in Deutschland, nicht in Korea, nicht in Israel und Palästina (alternativ: zwischen den USA und Mexiko oder Afrika und der EU) oder wo auch immer Mauern und Grenzen auf dieser Erde errichtet werden. Der Glaube hält den Himmel offen, auch wenn Mauern und Grenzen die Erde teilen. Der Glaube kann sich bereits in Höhen aufschwingen, wenn das dem Körper noch versagt ist. Die Hoffnung auf den unteilbaren Himmel hat viele Seelen von Menschen, die Sehnsucht der Christinnen und Christen hier im Grenzgebiet vor 1990 bestimmt. Das erscheint mir auch der Gehalt dieses Festes zu sein, das wir heute hier an diesem schönen, beeindruckenden und geschichtsträchtigen Ort feiern. Der Glaube weiß und vertraut darauf, dass die menschengemachte Schwere im Leben nicht das letzte Wort behält, sondern die Seele Flügel hat und sich in die Höhe und den Himmel erheben kann. Aber: Was steht ihr da und seht zum Himmel? – dieser Satz erdet uns als Christinnen und Christen. Um dem Himmel nahe zu sein, muss man nicht auf den Mount Everest steigen oder in der Tiefsee tauchen oder einen neuen Weltrekord im Triathlon beim Iron-Man in Hawaii aufstellen, wie es Event-Manager und viele mehr predigen. Wer seine Sehnsucht dort verankert, droht abzuheben und den Boden unter den Füßen zu verlieren – Was steht ihr da und seht zum Himmel? Ja, himmelwärts wollen wir alle, aber doch immer auch erdverbunden, an dem Ort, wo wir leben: Himmelfahrt, der Himmel auf Erden, der ist in der Ferne und der Höhe und der Tiefe selten zu finden – der ereignet sich Hier und Jetzt und mitten unter uns und immer wieder: In unserem Inneren, da, wo es tief wird, auch manchmal fern und fremd. Und auch in vermeintlichen Käffern wie Bethlehem oder hier in der Region. Und manchmal ist das dann so spektakulär, dass wir es nie vergessen und unser ganzes Leben davon geprägt wird. Wie im Stall im Kaff Bethlehem oder bei den Jüngern damals in Galiläa vor etwa 2.000 Jahren, die in den Himmel schauten. Wie vor 22 Jahren, zu Himmelfahrt im Jahr 1990, als die Menschen hier das erste Mal nach langen Jahrzehnten wieder zusammenkommen und miteinander dieses besondere Fest des Glaubens feiern konnten. Natürlich: So etwas Spektakuläres passiert nicht oft im eigenen Leben. Unser Glaube hält den Himmel aber auch dann offen, wenn auf der Erde Mauern und Zäune und Grenzen trennen. Und er ist bei allem Himmelstürmenden doch immer auch erdverbunden – Was steht ihr da und seht zum Himmel? Der Himmel auf Erden ereignet sich bei uns selbst, wir müssen uns nicht weit weg begeben und in den fernsten Ecken danach suchen, vielleicht ganz im Gegenteil. Bertold Brecht hat es in seiner Dreigroschenoper folgendermaßen gedichtet: &quot;Ja renn nur nach dem Glück, doch renne nicht zu sehr, denn alle rennen nach dem Glück – das Glück rennt hinterher.&quot; – für 'Glück' kann man hier getrost auch 'Himmel' einsetzen. Himmelfahrt, das bedeutet, der Erde treu zu bleiben. Wo sich immer mehr im Leben globalisiert, da lässt sich der Schatz des Lebens und der Himmel vielleicht vor allen in der Überschaubarkeit, der Heimat und den kleinen Einheiten entdecken. Das Dach der Welt ist ja bereits erobert und entzaubert. Und nebenbei auch ziemlich unwirtlich. Verzaubert ist nach wie vor das Kleine und das manchmal Unscheinbare vor unserer Haustür, das neu entdeckt werden will. 
Unser Glaube, liebe Gemeinde, beantwortet nicht alle Fragen. Dann wäre er ja auch vorhersehbar und langweilig. Auf ihre Frage an Jesus, wie es weitergeht, erhalten die Jünger in der Apostelgeschichte von der Himmelfahrt von Jesus keine Antwort. Es gebührt euch nicht, Zeit und Stunde zu wissen, entgegnet er ihnen kurz und knapp. Sie erhalten aber etwas viel Spannenderes als fertige Antworten: Nämlich die Zusage, mit der Kraft des Heiligen Geistes beschenkt zu werden und zu Zeuginnen und Zeugen der Liebe Gottes zu werden. Der Himmel ist und bleibt also für sie und uns offen, ohne, dass wir abheben müssten. Das gibt uns eine Ahnung davon und lässt uns spüren, dass Himmelfahrt immer etwas ist, was uns begleitet und uns im Leben und an dem Ort, an dem wir uns befinden, verankert. Denn als Christinnen und Christen haben wir unsere Heimat in Gott, in der Suche nach ihm, auf den Wegen, die er in unsere Seele schreibt. Unsere Gottessuche wohnt hier und jetzt und im Alltag. Er lässt uns am Kleinen freuen. Und er überrascht uns auch immer wieder, weil er unsere Fragen und Sehnsüchte niemals abschließend beantwortet und stillt. Ohne Himmel, verlieren wir auch die Weite in uns. Wenn der Himmel sich im Menschen spiegeln kann, dann ist das Himmelfahrt – Erdverbunden, himmelwärts. Amen.

Und der Friede Gottes, der viel größer ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.]]></content:encoded>
			<category>Kirche</category>
			<category>Synodenpräses</category>
			<category>Aktuelles</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 18 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>&quot;Mein Katholikentag&quot; - Kolumne zum 98. deutschen Katholikentag in Mannheim</title>
			<link>http://goering-eckardt.de/detail/nachricht/mein-katholikentag-kolumne-zum-98-deutschen-katholikentag.html</link>
			<description>Kolumne im &quot;Mannheimer Morgen&quot; von Katrin Göring-Eckardt, Präses der Synode der Evangelischen Kirche Deutschland, zum 98. Deutschen Katholikentag vom 16. bis 20. Mai in Mannheim</description>
			<content:encoded><![CDATA[„Ich freue mich auf ein Glaubensfest, bei dem sich die versammeln, die nach Antworten suchen auf die drängenden Fragen der Zeit – wie wir die Schöpfung bewahren, wie Menschen in Frieden leben können und wie Gerechtigkeit für alle gelingen kann. Ihnen ist bewusst, dass wir beginnen müssen, so zu handeln und zu entscheiden, dass auch die Generationen nach uns Zukunft haben. Und sie sind bereit, dafür selbst einen Beitrag zu leisten. Jeder Katholikentag ist ja auch ein bisschen wie Familientreffen. Christinnen und Christen kommen zusammen, spüren ihrem Glauben nach und feiern und singen und beten gemeinsam. Sie ringen um den Weg ihrer Kirche und wollen ihn verantwortlich mitgestalten. Und sie sehnen sich nach ökumenischer Verbundenheit mit ihren Glaubensgeschwistern. Es sind Menschen, die sich nicht abfinden wollen mit dem was ist, sondern die gestärkt durch Gottes Kraft immer wieder den Mut haben, loszugehen und etwas zu wagen. Da bin ich gern dabei.“]]></content:encoded>
			<category>Kirche</category>
			<category>Synodenpräses</category>
			<category>Perspektiven</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 18 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>&quot;Demokratie und Beteiligung&quot;</title>
			<link>http://goering-eckardt.de/detail/nachricht/demokratie-und-beteiligung-rede-fuer-die-themenkonferenz-am-12-mai-von-buendnis-90die-gruenen.html</link>
			<description>Rede von Katrin Göring-Eckardt auf der Themenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen zu sozialer Gerechtigkeit und Demokratie am 12. Mai 2012</description>
			<content:encoded><![CDATA[
---ES GILT DAS GESPROCHENE WORT!---<br /><br />Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Gäste,<br /><br />ich freue mich, die heutige Veranstaltung mit ein paar Gedanken zum Thema Demokratie und Beteiligung eröffnen zu können. Zunächst etwas Grundsätzliches: Ihr habt Euch Vertreterin der repräsentativen Demokratie, die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages eingeladen, sich für mehr direkte Beteiligungsmöglichkeiten, mithin für Formen direkter Demokratie einzusetzen? Müsste ich nicht im Gegenteil für das repräsentative Modell werben? Einerseits, andererseits.<br /><br />Zunächst möchte ich festhalten, dass unsere Demokratie im Kern eine außerordentlich erfolgreiche ist. Sie ist die beste Staatsform, weil man sie ungestraft beschimpfen kann, soll der große Satiriker Ephraim Kishon mehr im Ernst als im Spaß gesagt haben. Leute wie ich sind in der DDR dafür auf die Straße gegangen. Es gibt messbare Fortschritte in Bereichen des Minderheitenschutzes, bei der Toleranz gegenüber verschiedenen Lebensformen und der sexuellen Orientierung. Und, ganz wichtig: Wir haben es bis heute geschafft, extremistische Parteien zumindest aus dem Bundestag herauszuhalten! Und dort, wo die Nazis in den Landtagen sitzen, haben sie zumindest politisch keine Erfolge vorzuweisen, sie sind isoliert. Überall, von Mecklenburg-Vorpommern bis nach Sachsen, halten die Demokraten relativ gut zusammen. Unser politisches System verfügt offensichtlich über ein gutes, demokratisches Immunsystem. Ja, es ist nicht alles perfekt, aber den Blick auch auf die positiven Aspekte zu lenken gehört dazu! Reden wir also über ein Luxusproblem?<br /><br />Nein, es kann und muss die Repräsentativität unserer gesellschaftlichen Vielfalt in der Bundespolitik verbessert werden. Dafür brauchen wir mehr direkte Demokratie und vor allem mehr Beteiligung der Menschen vor Ort. Nicht oft, aber immer wieder besteht die Gefahr, dass die offizielle Politik hier und da an gesellschaftlichen Entwicklungen und Vorstellungen vorbei agieren, manchmal auch nur, weil nicht auffällt, dass sich zwischendurch etwas weiterentwickelt hat. Die Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 sind dafür zum Symbol geworden, gerade auch wegen der vielfältigen Motive der Gegner: die einen wollten ihren liebgewonnenen Bahnhof behalten, andere die Bäume im Schlossgarten schützen, wieder anderen waren schlicht die Kosten zu hoch. Viele wollten auch einfach keine 20 Jahre lang eine laute und dreckige Großbaustelle mitten in Ihrer Stadt und vor der Nase haben. Und dann gibt es natürlich die große Gruppe der Befürworter, auch mit unterschiedlichen Beweggründen. Das alles war ziemlich bunt, und auch wir waren überrascht von der Art und dem Ausmaß des Protestes. Aber es gab „Stuttgart“ schon weit früher und außerhalb des Ländles: Ich erinnere mich gut an den Kampf um den Erhalt der Theater und Orchester in meiner Heimat Thüringen, der übrigens viele Erfolge zu verzeichnen hatte und auch von Menschen mitgetragen wurden, die selber nie ins Theater gehen. Über die generationen- und millieuübergreifenden Bürgerbewegungen hier bei Euch in Niedersachsen – Gorleben, Asse oder die Castoren – muss ich Euch sowieso nichts erzählen, auch nichts über Erfolge und Rückschläge…<br /><br />Ich will aber etwas Wasser in den Wein gießen, denn auch direkte Demokratie hat ihre Tücken. Der Demokratieforscher Wolfgang Merkel vom Wissenschaftszentrum Berlin weist darauf hin, dass die Beteiligung bei Volksabstimmungen meist weitaus niedriger liegt als bei Wahlen. So zeigen Untersuchungen in der Schweiz, dass im Zeitraum von 1971 bis 2010 die durchschnittliche Beteiligung bei Wahlen bei 47,8 % lag, bei Volksabstimmungen dagegen nur bei 42,5%. In Italien war im gleichen Zeitraum die Differenz sogar noch größer: 87% gaben ihre Stimmen bei den Parlamentswahlen ab, während es bei Referenden nur 53% waren. Und es waren dabei eher die sozial schwächeren, die weniger gebildeten Gruppen, die zuhause blieben. Ähnliches kann man auch bei uns beobachten: Ich will erinnern an die Hamburger Abstimmung zur Schulreform, die die Abschaffung von Gymnasien zur Folge haben sollte, um unsere GRÜNEN Bildungsvorstellungen vom längeren gemeinsamen Lernen umzusetzen. Wir sind damit gescheitert. Es waren dabei vor allem die Menschen aus den gutsituierten, wohlhabenden Stadtteilen, die zur Abstimmung gegangen sind. Aus den sozial schwächeren Gebieten Hamburgs wurde eine sehr viel geringere Bürgerbeteiligung gemeldet, obwohl die Reform ja eigentlich in deren Sinne sein sollte. Repräsentativ ist das nicht. Die bereits erwähnte Studie kommt sogar zu dem Urteil, dass Volksabstimmungen insgesamt eine größere soziale Schieflage haben als Wahlen! Und mit Sorge schauen wir immer wieder in die Schweiz, das so genannte Musterland der direkten Demokratie, in dem bei Volksentscheiden auch Abstimmungen gegen religiöse Minderheiten oder Migrantinnen und Migranten häufig mit Unterstützung aufwändiger Kampagnen gewonnen werden. Man denke nur an die Abstimmung gegen den Bau von Minaretten, die leider gewonnen wurde – obwohl es in der Schweiz gerade einmal vier Minarette gibt! Ausgewogenheit oder Minderheitenschutz sieht anders aus.<br /><br />Die Grün-Rote Regierung in Baden-Württemberg liefert dazu gerade ein paar interessante Ansätze und legt Maßnahmen auf Landesebene vor. Die Grüne Staatsrätin Gisela Erler hat diese vor Kurzem vorgestellt. So wird zunächst eine „Allianz für Beteiligung“ gegründet, in der sich verschiedene politische, zivilgesellschaftliche, wirtschaftliche wie auch wissenschaftliche Akteure um verbesserte Beteiligungsmöglichkeiten bemühen werden. So sollen zum Beispiel Landesbedienstete zu Mediatoren ausgebildet werden, zu sogenannten Beteiligungslotsen. Außerdem richten die einen eigenen Kabinettsausschuss „Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung“ für den ressortübergreifenden Austausch und Koordinierung der verschiedenen Maßnahmen ein.<br /><br />Auch auf Bundeseben sind wir GRÜNEN da aktiv. Wir sind die einzige Bundestagsfraktion, <br />die zeigt, wie man Partizipation richtig macht: Wir bereiten derzeit einen Gesetzentwurf zur Einführung von direkter Demokratie auf Bundesebene vor, den wir bereits Ende letzten Jahres auf dem Blog „Demokratie direkt“ der Öffentlichkeit vorgestellt haben und den Entwurf von dieser diskutieren und kommentieren ließen. Im Moment werden die verschiedenen Vorschläge geprüft und eingearbeitet, bevor er noch in dieser Wahlperiode in den Bundestag eingebracht wird. So geht Teilhabe und Partizipation! Nicht einfach übernehmen, sondern auch prüfen, was mit den Interessen der derjenigen ist, dies sich nicht beteiligen konnten oder wollten<br /><br />Liebe Freundinnen und Freunde,<br /><br />ich möchte hier die Begriffe von Beteiligung und Teilhabe aber nicht nur auf politische Entscheidungen beschränken, sondern auch auf einen anderen Aspekt anwenden und zum Nachdenken anregen: Gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe ist nämlich nicht nur ein Begriff der Mitsprache- und Mitentscheidungsmöglichkeiten. Es ist auch ein wesentlicher Bestandteil moderner, GRÜNER Sozial- und Gesellschaftspolitik.<br /><br />Was uns GRÜNE in diesem Politikfeld von anderen Parteien unterscheidet: Wir wollen keinen bevormundenden, fordernden Sozialstaat wie die Union, die den Betroffenen am liebsten selber noch die Schuld zuschiebt. Und es reicht uns auch nicht, die Probleme einfach mit mehr Umverteilung lösen zu wollen, wie LINKE oder SPD sich das oft vorstellen. Natürlich fordern wir flächendeckende Mindestlöhne und ein gerechteres Steuersystem, dass die Gutverdienenden stärker in die Pflicht nimmt, wir fordern für Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit und gute Bildung für alle. Wir müssen unbedingt etwas gegen die drohende Altersarmut tun und haben entwickeln dazu gute Konzepte, und wir wollen die Ungerechtigkeiten im Gesundheitssystem abschaffen: Dass man als Kassenpatient beim Facharzt häufig viel länger auf einen Termin warten muss als Privatversicherte ist ein Skandal! Und selbstverständlich muss die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Anpassung des ALG-II-Satzes umgesetzt werden. Das sind alles wichtige Punkte, und wir müssen sie auf Institutioneller Ebene dringend umzusetzen. Allerdings unterscheidet sich unser Begriff der GRÜNEN Sozial- und Gesellschaftspolitik in einem ganz wichtigen Punkt: wir denken vom Menschen her und nicht nur in Strukturen, wir rücken die Einzelne, den Einzelnen mit den jeweils ganz besonderen Eigenschaften, mit allen Schwächen und Stärken in den Mittelpunkt unserer künftigen Sozialpolitik. Natürlich braucht es Institutionen, ja, aber sie müssen so aus- und eingerichtet sein, dass sie den Unterschieden gerecht werden, denn zum Glück sind wir alle verschieden. Unser Sozialstaat muss sich weg vom Formular, hin zum Gespräch auf Augenhöhe entwickeln!<br /><br />Wir wollen ERMUTIGUNG, ERMÄCHTIGUNG und FREIHEIT für jeden Menschen! Ohne das ist Teilhabe nicht möglich, und dafür reichen Sozialleistungen noch nicht einmal in angemessener Höhe, so unentbehrlich sie sind, nicht aus. Was braucht es also darüber hinaus?<br /><br />Schauen wir uns an, wer besonders von mangelnder sozialer und gesellschaftlicher Teilhabe betroffen sind: Menschen mit Behinderungen, Frauen, Kinder, alte Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund, religiöse Minderheiten, Menschen, die in Armut leben.<br /><br />Wir drehen es um und fragen: Welche Potentiale haben diese Menschen? Viele Barrieren stehen zwischen dieser Vorstellung und der Realität: Diskriminierung, mangelnde öffentliche und gesellschaftliche Förderung, häufig auch eine falsche Erwartungshaltung oder ein falsch verstandenes Leistungsprinzip und fehlende Wertschätzung. Wir wissen: Wer z.B. länger als ein Jahr Arbeitslos ist oder die Fünfzig überschritten hat, gilt als kaum mehr vermittelbar. Jeder Vierte, der den Arbeitslosengeld-II-Bezug verlässt, muss innerhalb von drei Monaten wieder beim Jobcenter vorsprechen. Innerhalb eines Jahres wird die Hälfte aller vermittelten Arbeitsuchenden wieder hilfebedürftig. Von echter Vermittlung in Jobs mit der entsprechenden Vorbereitung kann für Langzeitarbeitslose nicht die Rede sein. Die offiziellen ALG-Zahlen sind dabei absolut realitätsverzerrend, und das führt auch dazu, dass der gesellschaftliche Druck nachlässt.<br /><br />Schuld an der Misere sind auch die drastischen Kürzungen der schwarz –gelben Bundesregierung bei der Arbeitsförderung. Immer weniger Arbeitslose werden unterstützt: Der Rückgang der Förderungen fällt erheblich stärker aus als der Rückgang der Arbeitslosigkeit. So wurden Arbeistförderprogramme um über 20% gekürzt, Programme zur Weiterbildung und Qualifizierung sogar um mehr als 30%. Der soziale Arbeitsmarkt wurde gleich ganz abgeschafft. Die Chancen vieler Betroffener auf eine neue und vor allem dauerhafte berufliche Perspektive sinken damit immer mehr.<br /><br />Das betrifft allzu oft auch junge, gut ausgebildete Frauen, die nach Mutterschutz und Elternzeit wieder arbeiten wollen und plötzlich vor hohen Hürden stehen. Als würde Kinderkriegen vorhandene berufliche Fähigkeiten und Erfahrungen auslöschen und dumm machen! Dabei ist das nicht nur ökonomisch unsinnig: Wir können auch unserer demografische Krise, dem drohenden Fachkräftemangel und nicht zuletzt dem Mangel an modernen Führungsstrukturen nur dadurch begegnen, dass Frauen arbeiten – und dabei natürlich genauso viel verdienen wie die Männer!<br /><br />Die bislang häufig gehörte Antwort auf mangelnde Teilhabe lautet: Streng Dich halt mehr an! Mach Dich fit! Passe Dich an! Integriere Dich, oder finde Dich damit ab, dass Du halt weniger bekommst, weniger teilhaben kannst, weniger wert bis in dieser Gesellschaft!<br /><br />Das wollen wir Grünen nicht! Wir wollen nicht Integration, die Unterordnung unter vermeintlich allgemeingültige Normen und Maßstäbe, die von vielen Menschen gar nicht erfüllt werden können. Deshalb wollen wir keine Sanktionen, sondern Beteiligung, deshalb wollen wir Fördern statt Gängeln und Akzeptanz, statt Fallenlassen. Wir wollen nicht nur Integration, wir wollen Inklusion! Das heißt Teilhaben und Akzeptanz aller Menschen mit all ihren vielfältigen Fähigkeiten, Fehlern, Talenten, all ihren Farben, ihrer unteilbaren Würde, ihrer Freiheit und dem bei allen vorhandenen Wunsch und Anspruch auf Teilhabe.<br /><br />Es ist normal, verschieden zu sein! Zuschreibungen nach Alter, Geschlecht, Migrationshintergrund, körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung, Religion oder sozialer Herkunft dürfen für die Frage nach der &quot;gesellschaftliche Teilhabe oder nicht?&quot; keine Auswirkung mehr haben. Ein Beispiel: Bei den Sanktionen im ALG II –Bezug, dort werden junge Menschen unter 25 Jahren aufgrund der Beschlüsse der großen Koalition in der letzten Legislaturperiode viel stärker sanktioniert als die übrigen Leistungsbezieher, und die jetzige Regierung ist nicht bereit dies zu ändern, obwohl Praxis und Wissenschaft wie übrigens auch einfach der gesunde Menschenverstand die Sinnhaftigkeit dieser Sanktionsregelungen absolut in Frage stellen. <br /><br />Wie wollen wir das erreichen? Mein Bundestagskollege Markus Kurth hat das in ein sehr schönes Bild gefasst: das Bild vom Pinguin. Der Pinguin ist ein Vogel, aber was für einer? Er kann nicht gut sehen, nicht richtig laufen, nur watscheln, nicht mal gut hüpfen, und er kann überhaupt nicht fliegen! Ganz klar: ein behinderter Vogel! Also muss nach der klassischen Denkweise Abhilfe geschaffen werden, damit er sich wieder in die große Familie der „normalen“ Vögel integrieren kann: er wird mit Hilfsmitteln ausgestattet, bekommt eine Brille, eine Sprung- und Hüpftherapie, und er kommt auf die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt „Fliegen“. Aber: es nützt alles nichts. Am Ende des Tages ist er immer noch anders als die anderen Vögel: Er kann sich in die Familie der Vögel nicht integrieren. Wenn er nicht fliegen kann, ist er kein vollwertiger Vogel, und daran kann man mit diesen Methoden offensichtlich nichts ändern.<br /><br />Anders sieht es aus, wenn wir die Perspektive wechseln und statt der vermeintlichen Norm „Vögel“ den Pinguin selbst in seiner Umgebung und mit seinen spezifischen Fähigkeiten betrachten. Und siehe da, die sind erstaunlich: Der Pinguin kann unter Wasser ganz hervorragend riechen, weit über 100 Meter tief tauchen und mehr als 60 km/h schnell schwimmen. Das kann kein anderer Vogel!<br /><br />Ein Pinguin ist ein Vogel, ob er nun fliegen kann oder nicht, und ein Mensch mit Behinderung ist ein Mensch, ob er nun laufen kann oder nicht. Und eine deutscher Staatsbürgerin ist eine Deutsche, ob sie oder ihre Eltern nun hier geboren sind oder nicht. Die Frage, ob jemand dazugehört, ob jemand Defizite hat oder nicht, bemisst sich nicht unbedingt in den Eigenschaften der Person, sondern in den Strukturen, in der Umgebung, in der wir uns bewegen, entfalten, kommunizieren, unsere Nahrung beschaffen müssen, uns reproduzieren. „Behindert ist man nicht, behindert wird man“ – so abgedroschen es inzwischen klingen mag, es ist nach wie vor wahr!<br /><br />Die Vielfalt als Norm begreifen, das ist es, was unser Bild vom Menschen, und damit auch unsere neue, GRÜNE Sozialpolitik von der der anderen Parteien unterscheidet.<br /><br />Es ist eben nicht egal wie ich einen 22jährigen arbeitslosen jungen Menschen im Jobcenter behandele, ob ich ihm als erstes Sanktionen androhe, wenn er nicht tut was das Amt von ihm verlangt oder ob ich ihn mit Respekt behandle und erst einmal mit ihm gemeinsam seine Fähigkeiten und Interesse bespreche und ihm dann Angebote mache, die diesen Fähigkeit und Interessen entsprechen. Und das ist noch nicht mit mit mehr Kosten verbunden, sondern es ist einfach ein Perspektivwechsel in der Beratungsarbeit. Wie es auch anders geht ohne Zusatzkosten zeigt beispielhaft die Arbeitsagentur in Nürnberg: Junge Menschen werden dort nicht in einer Amtsstube empfangen, sondern in eine Raum mit schönen Möbel und entspannter Lounge-Atmosphäre,&nbsp; in der dann locker über die Fähigkeiten und Möglichkeiten des Einzelnen gesprochen wird. Der Effekt ist beachtlich: Beim nächsten mal erscheinen die meisten der jungen Menschen pünktlich und von sich aus viel gepflegter als beim ersten Mal. Sie fühlen sich wohl und ernst genommen, man begegnet ihnen dort auf Augenhöhe, das kostet nichts, hat aber einen sehr positiven Effekt. So wie hier müssen auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen die Barrieren, die der Teilhabe im Wege stehen, beseitigt werden. Deutlich wird, was die unabdingbare Voraussetzung für volle Teilhabechancen für alle ist: die gegenseitige Akzeptanz.<br /><br />Inklusion verändert die Gesellschaft selbst, weil jede und jeder seinen gleichberechtigten Platz hat. Ein Gesellschaft der Inklusion ist ohne Zweifel eine noch buntere, vielfältigere Gesellschaft, als wir sie bisher gewohnt sind. Und machen wir uns nichts vor: Viele Menschen haben davor Angst. Also muss geworben werden, überzeugt, beispielhaft vorgelebt werden, müssen die Schranken der Ressentiments gegen arme Menschen, Migranten, gegen Behinderte, gegen Alte oder sonst wie ausgegrenzte weiterhin Schritt für Schritt abgebaut werden.<br /><br />Zusammenfassend kann man also sagen: Der Wunsch nach mehr Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an politischen Entscheidungen wird immer stärker. Doch echte Teilhabe ist mehr: Wer Beteiligung ernst meint, muss tatsächlich alle einbeziehen und Jeder und Jedem die Möglichkeit der Mitwirkung einräumen. Abhängig von sozialen Milieu, Bildungsstand oder Alter, von realen Möglichkeiten und Wünschen braucht es dafür zwar verschiedene Formen, aber immer auch die Bereitschaft, Beteiligung auch ernst zu meinen und zu nehmen. Klar, das geht nicht von heute auf morgen, aber wir GRÜNEN können überall da, wo wir politische Verantwortung tragen, das Unsere dazu beitragen und versuchen, die Rahmenbedingungen für eine Gesellschaft der Inklusion zu schaffen. Dann werden auch immer mehr Menschen sehen, dass in der demokratischen wie menschlichen Vielfalt, die im gegenseitigen Respekt gelebt wird, eine ungeheure Chance für unsere Gesellschaft und die Teilhabe an ihr besteht. Denn nichts anderes ist Demokratie: das Versprechen auf echte Teilhabe und vor allem auf gelebten Respekt gegenüber der Vielfalt der Menschen und der Vielfalt der Meinungen. Dieses Versprechen einzulösen ist die große Aufgabe, vor der wir als GRÜNE im 21. Jahrhundert stehen. Und diese Herausforderung nehmen wir gerne an.<br /><br />Vielen Dank!]]></content:encoded>
			<category>Bildung &amp; Soziales</category>
			<category>Reden</category>
			<category>Aktuelles</category>
			<category>Aktiv</category>
			
			
			<pubDate>Sat, 12 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Freitagsmail</title>
			<link>http://goering-eckardt.de/detail/nachricht/freitagsmail-53.html</link>
			<description>Liebe Leserinnen und Leser,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ein ausgezeichnetes Wahlergebnis von 13,2 Prozent haben die Nordlichter um ihren Spitzenkandidaten Robert Habeck am letzten Wochenende bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein eingefahren. Damit sind Bündnis 90/Die Grünen an der Küste klar drittstärkste Kraft geworden und haben gute Aussichten, in den nächsten fünf Jahren im nördlichsten Bundesland mitzuregieren. Herzlichen Glückwunsch von dieser Stelle an die neuen und wiedergewählten Abgeordneten und großen Dank an alle engagierten WahlkämpferInnen. Vor allem aber gibt das Ergebnis Rückenwind für dieses Wochenende, wenn im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands, in Nordrhein-Westfalen, gewählt wird. Zwei Jahre haben SPD und GRÜNE trotz fehlender Mehrheit solide und innovativ regiert. Damit diese gute Regierung eine Fortsetzung mit parlamentarischer Mehrheit findet, braucht es am kommenden Sonntag auch Dortmund, Düsseldorf, Köln und Aachen jede Stimme für GRÜN! Wer eine/n der knapp 18 Millionen EinwohnerInnen aus NRW kennt: Mailen, facebooken, anrufen, SMS! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und wer noch Fragen hat: Das Team von 3-Tage-wach ist noch bis Sonntag, 18.00 Uhr erreichbar. Einfach hier klicken: http://dreitagewach.gruene-nrw.de//&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und eine interessante Lektüre!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Herzliche Grüße&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihre&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Katrin Göring-Eckardt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Themen der Woche:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1) Regierungserklärung zum G8-Gipfel und zum NATO-Gipfel&lt;br /&gt;2) Kooperationsverbot in Bildung und Wissenschaft &lt;br /&gt;3) Fortsetzung ATALANTA: Mandatserweiterung ist falsch&lt;br /&gt;4) Regierungserklärung zur Zukunft Europas &lt;br /&gt;5) Keine Eishockey-WM in Belarus&lt;br /&gt;6) Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“&lt;br /&gt;7) Pflegeversicherung&lt;br /&gt;8) Unkonventionelles Erdgas: Schutz vor Fracking-Folgen&lt;br /&gt;9) Bergrecht: Gleiches Recht für alle&lt;br /&gt;10) Religionsunterricht: Debatte in Schleswig-Holstein&lt;br /&gt;11) GRÜNER Länderrat: GRÜN bewegt was!&lt;br /&gt;12) Bundesrat stoppt Schwarz-Gelbe Solarförderkürzung und Steuersenkungen&lt;br /&gt;13) GRÜNE Konferenz in Niedersachsen&lt;br /&gt;14) Besuch des interkulturellen Gartens &lt;br /&gt;15) Gesundheitstour und Podiumsdiskussion in Gotha&lt;br /&gt;16) Himmelfahrtsfestgottesdienst im Kirchenkreis Sonneberg &lt;br /&gt;17) Katholikentag in Mannheim&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Themen der Woche im einzelnen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;PLENUM:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1) Regierungserklärung zum G8-Gipfel und zum NATO-Gipfel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In ihrer Regierungserklärung zum G 8-Gipfel am 18. und 19. Mai 2012 in Camp David und zum NATO-Gipfel am 20. und 21. Mai 2012 in Chicago hat Angela Merkel versucht, die siechende schwarz-gelbe Koalition als Hort der Stabilität und  Gralshüterin des Schuldenabbaus darzustellen. Dieses Manöver ist mehr als durchsichtig. Deutschland hat in Krisenzeiten früh auf Konjunkturprogramme gesetzt, auch wenn diese teilweise eine falsche Ausrichtung hatten (Stichwort: Abwrackprämie). Wir sind uns sicher: Durch Sparen allein kommt Europa nicht aus der Krise. Auch der Fiskalpakt wird ohne eine Wachstumskomponente keine Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag finden. Wie die Kanzlerin mit dieser desolaten Regierung im Rücken beim NATO-Gipfel eine Strategie für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan aushandeln will, ist ebenfalls unklar. Das Protokoll der Bundestagssitzung vom vergangenen Mittwoch finden Sie hier: http://gruenlink.de/8pm&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2) Kooperationsverbot in Bildung und Wissenschaft&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Die Einführung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern in Bildungsfragen ist ein großer Fehler gewesen. Das Verbot steht einer Weiterentwicklung und verbesserten Förderungen im Bereich von Schulen und Universitäten, aber auch in Forschung und Wissenschaft, entgegen. Daher wollen wir die gesamtstaatliche Verantwortung von Bund und Ländern sowohl bei der Bildung als auch in der Wissenschaft. Der Vorschlag der Bundesregierung, nur für den Bereich Wissenschaft Grundgesetzänderungen vorzunehmen, reicht bei weitem nicht aus. Daher haben wir einen Antrag in den Bundestag eingebrach, in dem die Regierung aufgefordert wird, die Grundgesetzänderung auch auf den Bildungsbereich zu erweitern: http://gruenlink.de/8pn Dazu hat übrigens auch unsere Spitzenkandidatin für NRW, Sylvia Löhrmann, gemeinsam mit Cem Özdemir am Mittwoch einen Artikel in der Financial Times Deutschland veröffentlicht, den man hier nachlesen kann: http://gruenlink.de/8pt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3) Fortsetzung ATALANTA: Mandatserweiterung ist falsch&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Schutz zum Beispiel der Schiffe des World Food Programs vor Piraten-Angriffen vor der Küste Somalias ist angesichts der Hungersnot in Somalia notwendig. Die Absicherung geschieht im Rahmen des EU-geführten ATALANTA-Mandates, an dem auch die deutsche Bundeswehr beteiligt ist, und dem die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen bisher mehrheitlich zugestimmt hat. Nun will Schwarz-Gelb den Einsatz aber von der See auf das Land ausdehnen. Das ist aus unserer Sicht ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang, dem wir nicht zustimmen können, weil es das Leben der Soldaten und den Schutz der Zivilbevölkerung in hohem Maße gefährden würde. Aus diesem Grund habe ich mich wie die Mehrheit der Fraktion auch bei der Abstimmung über das erweiterte Mandat im Bundestag enthalten. Zum Ergebnis der namentlichen Abstimmung: http://gruenlink.de/8ps&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4) Regierungserklärung zur Zukunft Europas &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute morgen hat der Außenminister eine Regierungserklärung zum Thema &quot;Europas Weg aus der Krise: Wachstum durch Wettbewerbsfähigkeit&quot; abgegeben, in der er hauptsächlich das Mantra eines durch Einsparungen zu erreichenden Wirtschaftswachstums als Weg aus der Krise wiederholt hat. Dabei ist längst deutlich, dass die einäugige Stabilitätspolitik der Bundesregierung, die ausschließlich auf Wachstum durch Konsolidierung setzt, nicht aber auf Programme, die die Menschen wieder in Arbeit bringen, zum Scheitern verurteilt ist. In Frankreich ist diese Politik in Form von Nicolas Sarkozy, den die Kanzlerin im Wahlkampf unterstützt hat, bereits abgewählt worden. Das sollte zu denken geben. Die Reden von Frithjof Schmidt und Manuel Sarrazin werden in Kürze hier zu finden sein: http://gruenlink.de/8po&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5) Keine Eishockey-WM in Belarus&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Belarus ist die letzte Diktatur in Europa. Unter Diktator Lukaschenko und seinem Regime werden Menschen- und Freiheitsrechte systematisch verletzt und ignoriert, die Opposition wird aufs Schärfste verfolgt, politische AktivistInnen in Schauprozessen verurteilt. Daher ist es notwendig, einen Fehler zu korrigieren und die Vergabe der Eishockey-WM im Jahr 2014 an Weißrussland zurückzunehmen. Lukaschenko und sein Regime haben das mit dieser Veranstaltung verbundene Prestige nicht verdient. Daher fordern wir in unserem Antrag den Präsidenten des Deutschen Eishockey-Bundes auf, sich auf der IIHF-Tagung im Mai 2012 in Helsinki für eine Verlegung der WM weg aus Belarus einzusetzen. Zum gemeinsamen Antrag von GRÜNEN und SPD: http://gruenlink.de/8pp Zur Kampagne: http://www.minsk2014.no/&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6) Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Enquete-Kommission legt nach eineinhalb Jahren einen Zwischenbericht ihrer Arbeit vor. Sie soll Lösungen aufzuzeigen, wie globaler Wohlstand und soziale Gerechtigkeit mit den Grenzen eines endlichen Planeten vereinbar gemacht werden können und unter anderem ein alternatives Wohlstands- und Fortschrittsmaß entwickeln. Denn es gilt bei vielen noch die Formel „Wachstum = Wohlstand“. Das BIP ist kein Maß für Wohlstand und Lebensqualität und war als &lt;br /&gt;solches nie gedacht. Um dieses Paradigma aufzubrechen brauchen wir Indikatoren, die uns Auskunft darüber geben, wie wir mit unserer Umwelt umgehen und wie es in unserer Gesellschaft um Lebensqualität, Kultur und Wohlstand steht. Vor allem die FDP verweigert sich einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema Wachstum. Für die weitere Arbeit der Kommission erhoffen wir uns einen wissensbasierten Diskurs und wirkliche Erkenntnisse. Eines ist klar für uns, Deutschland als führendes Industrie- und Exportland muss eine Vorreiterrolle übernehmen. Deshalb wollen wir zeigen, dass eine sozial-ökologische Transformation machbar ist. Mehr zum Thema: http://gruenlink.de/8pw&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;7) Pflegeversicherung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Bundeskabinett hat das Pflege-Neuausrichtungsgesetz beschlossen. Doch die Verbesserungen sind unzureichend, ohne Konzept, teilweise zeitlich begrenzt und trotz ihrer Geringfügigkeit nicht dauerhaft gegenfinanziert. Deshalb brauchen wir eine grundlegende Pflegereform, die zu Leistungsverbesserungen führt und deren Finanzierung auch in Zukunft sichert. Zur inhaltlichen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung sind zusätzliche Reformschritte notwendig. Dazu haben wir einen eigenen Antrag vorgelegt: http://gruenlink.de/8pu&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;8) Unkonventionelles Erdgas: Schutz vor Fracking-Folgen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In bunten Broschüren mit dem Titel „Chancen nutzen, Umwelt schützen“ wirbt der „Wirtschaftsverband Erdöl und Erdgasgewinnung e. V.“ für die Akzeptanz von unkonventionellem Erdgas, das durch so genanntes „Fracking“ gewonnen&lt;br /&gt;wird. Dabei wird mit Chemikalien und Sand versetztes Wasser unter hohem Druck in den Boden gepumpt. Diese Methode der Erdgasgewinnung hat aber z. B. in den USA bereits zu Unfällen, zur großflächigen Zerstörung der Landschaft und zur Verschmutzung des Trinkwassers geführt. Wir fordern daher allen bunten Hochglanzbroschüren mit wohlklingenden Titeln zum Trotz ein Moratorium von mindestens zwei Jahren, um die Risiken umfassend zu überprüfen. Zu unserem GRÜNEN Antrag hatten wir eine namentliche Abstimmung beantragt. Zum Antrag: http://gruenlink.de/8pq&lt;br /&gt;Zum Ergebnis der namentlichen Abstimmung: http://gruenlink.de/8pr&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;9) Bergrecht: Gleiches Recht für alle
Durch Sonderregelungen im Bergrecht sind die Inhaber so genannter „alter Rechte“ von der Zahlung der Förderabgabe in Höhe von zehn Prozent des durchschnittlichen Marktwerts der gewonnenen Bodenschätze ausgenommen. Dieses Privileg halten wir für eine überholte Ungleichbehandlung und wollen es zugunsten einer Gleichbehandlung und höherer Einnahmen für die betroffenen Bundesländer abschaffen. Zum GRÜNEN Gesetzentwurf: http://gruenlink.de/8py&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;RÜCKBLICK:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;10) Religionsunterricht: Debatte in Schleswig-Holstein&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es in der Schule um Religion und Werte geht, werden wie in vielen Bundesländern auch im Hohen Norden die Schülerinnen und Schüler getrennt und in katholischer oder evangelischer Religion oder Philosophie unterrichtet, in der Grundschule wird auch Islamunterricht angeboten. Die GRÜNEN in Schleswig-Holstein haben den Vorschlag gemacht, die Klassen nicht länger zu teilen, sondern Religion für alle anzubieten - mit Zeitfenstern für die verschiedenen Konfessionen und Weltanschauungen. Gemeinsam mit der Kirche soll überlegt werden, ob diese &quot;Hamburger Modell&quot;, das in der Hansestadt erfolgreich in Verantwortung der evangelischen Kirche praktiziert wird, auch für Schleswig-Holstein möglich ist. Dazu habe ich ein Interview in der SHZ gegeben: http://gruenlink.de/8pv&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;11) GRÜNER Länderrat: GRÜN bewegt was!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 28. April hat der GRÜNE Länderrat in Lübeck getagt und Anträge zur Energiewende, zur Finanzpolitik und einigen weiteren Themen verabschiedet. Alle Beschlüsse sind zu finden unter: http://www.gruene.de/partei/gruen-bewegt-was.html&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;12) Bundesrat stoppt Schwarz-Gelbe Solarförderkürzung und Steuersenkungen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der heutigen Sitzung des Bundesrates hat die angebliche „Wunschkoalition“ von Union und FDP zwei deutliche Dämpfer hinnehmen müssen. Gegen die völlig überzogenen und zudem überstürzten Kürzungspläne des Duos Röttgen und Rösler bei der Förderung der Solarenergie haben neben den von GRÜNEN und SPD regierten Ländern auch mehrere CDU-geführte Länder gestimmt. Denn die Kürzungspläne der Bundesregierung bedeuten nicht weniger als die Zerstörung&lt;br /&gt;einer wirtschafts- und energiepolitischen Erfolgsgeschichte, besonders in den ostdeutschen Bundesländern. Jetzt wird der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat angerufen, und Angela Merkel tut gut daran, auf die Stimmen der Vernunft, die sich auf Länderseite auch aus den eigenen Reihen deutlich zu Wort gemeldet haben, zu hören. Ein weiterer Fall für den Vermittlungsausschuss sind die schwarz-gelben Steuerpläne, die im Bundesrat ebenfalls nicht die erforderliche Mehrheit gefunden haben. Die Steuersenkungsfantasien von CDU/CSU und FDP haben die Mehrheit der Länder eine deutliche Absage erteilt. Jetzt muss die Bundesregierung nachbessern – für mehr Planungssicherheit für die Solarwirtschaft und das Handwerk und gegen Steuerausfälle in Zeiten knapper Kassen. Zur Homepage des Bundesrates: http://gruenlink.de/8qd&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;AUSBLICK:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;13) GRÜNE Konferenz in Niedersachsen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am morgigen Samstag bin ich beim niedersächsischen Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen in Osnabrück eingeladen. Die Konferenz zum Thema soziale Gerechtigkeit und Demokratie gehört zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, bei denen das Programm für die Landtagswahl im nächsten Jahr entwickelt und diskutiert wird. Ich freue mich sehr, dort zum Thema „Demokratie und Teilhabe“ zu sprechen und anschließend auf einem Podium und mit unseren Freundinnen und Freunden diskutieren zu können. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Hier geht es zur Einladung: http://gruenlink.de/8px&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für alle, die das Thema zwar interessiert, die aber nicht kommen können: Die Rede wird am Anfang kommender Woche auf meine Homepage zu finden sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;14) Besuch des interkulturellen Gartens &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der kommenden Woche bin ich wieder in Thüringen unterwegs. Am Montag besuche ich den vom GRÜNE Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt initiierten interkulturellen Garten an der Gemeinschaftsunterkunft in Beulwitz. Ein spannendes Projekt, dass zeigt wie einfach interkulturelles Miteinander sein kann. Ein Bericht vom Start der Gartenbau-Aktion findet sich auf Homepage der GRÜNEN in SLF-RU: &lt;link http://www.gruene-slf-ru.de/&gt;http://www.gruene-slf-ru.de/&lt;/link&gt;
&lt;br /&gt;15) Gesundheitstour und Podiumsdiskussion in Gotha&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Dienstag besuche ich dann im Rahmen der Gesundheitstour der GRÜNEN Landtagsfraktion gemeinsam mit der Fraktionsvorsitzenden Anja Siegesmund zunächst das Krankenhaus Waltershausen/Friedrichroda, um anschließend ab 18:00 Uhr im Theatercafé in Gotha öffentlich über die Frage &quot;Gesundheitsheitsversorgung gewährleisten - aber wie?&quot; zu diskutieren. Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier: http://gruenlink.de/43q&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;16) Himmelfahrtsfestgottesdienst im Kirchenkreis Sonneberg&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;An Himmelfahrt bin ich zu Gast in Südthüringen. Im Festgottesdienst, der um 10.00 Uhr im Schlosspark von Mupperg (Adresse: An der Steinach 29) unter dem Motto „Erdverbunden - himmelwärts“ stattfindet, werde ich die Predigt halten. im Anschluss an den Gottesdienst besteht noch die Möglichkeit zum Gespräch und geselligen Beisammensein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;17) Katholikentag in Mannheim&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Himmelfahrtswochenende werden in Mannheim 25.000 Christinnen und Christen zum Katholikentag erwartet. Unter dem Leitwort &quot;Einen neuen Aufbruch wagen&quot; werden sie diskutieren, wie gehandelt und entschieden werden muss, um Schöpfung zu bewahren, Ungerechtigkeit zu begegnen und Frieden zu schaffen. Sie werden über Glauben und Hoffnung sprechen und nicht zuletzt nach der notwendigen Neuorientierung in der katholischen Kirche fragen. Ich werde am Freitag in Mannheim sein, eine Bibelarbeit halten und auf einem Podium über lebendige Demokratie und Bürgerbeteiligung sprechen. Zur Website: http://www.katholikentag.de/</description>
			<content:encoded><![CDATA[Liebe Leserinnen und Leser,<br /><br />ein ausgezeichnetes Wahlergebnis von 13,2 Prozent haben die Nordlichter um ihren Spitzenkandidaten Robert Habeck am letzten Wochenende bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein eingefahren. Damit sind Bündnis 90/Die Grünen an der Küste klar drittstärkste Kraft geworden und haben gute Aussichten, in den nächsten fünf Jahren im nördlichsten Bundesland mitzuregieren. Herzlichen Glückwunsch von dieser Stelle an die neuen und wiedergewählten Abgeordneten und großen Dank an alle engagierten WahlkämpferInnen. Vor allem aber gibt das Ergebnis Rückenwind für dieses Wochenende, wenn im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands, in Nordrhein-Westfalen, gewählt wird. Zwei Jahre haben SPD und GRÜNE trotz fehlender Mehrheit solide und innovativ regiert. Damit diese gute Regierung eine Fortsetzung mit parlamentarischer Mehrheit findet, braucht es am kommenden Sonntag auch Dortmund, Düsseldorf, Köln und Aachen jede Stimme für GRÜN! Wer eine/n der knapp 18 Millionen EinwohnerInnen aus NRW kennt: Mailen, facebooken, anrufen, SMS! <br /><br />Und wer noch Fragen hat: Das Team von 3-Tage-wach ist noch bis Sonntag, 18.00 Uhr erreichbar. Einfach hier klicken: http://dreitagewach.gruene-nrw.de//<br /><br />Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und eine interessante Lektüre!<br /><br />Herzliche Grüße<br /><br />Ihre<br /><br />Katrin Göring-Eckardt<br /><br />Die Themen der Woche:<br /><br />1) Regierungserklärung zum G8-Gipfel und zum NATO-Gipfel<br />2) Kooperationsverbot in Bildung und Wissenschaft <br />3) Fortsetzung ATALANTA: Mandatserweiterung ist falsch<br />4) Regierungserklärung zur Zukunft Europas <br />5) Keine Eishockey-WM in Belarus<br />6) Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“<br />7) Pflegeversicherung<br />8) Unkonventionelles Erdgas: Schutz vor Fracking-Folgen<br />9) Bergrecht: Gleiches Recht für alle<br />10) Religionsunterricht: Debatte in Schleswig-Holstein<br />11) GRÜNER Länderrat: GRÜN bewegt was!<br />12) Bundesrat stoppt Schwarz-Gelbe Solarförderkürzung und Steuersenkungen<br />13) GRÜNE Konferenz in Niedersachsen<br />14) Besuch des interkulturellen Gartens <br />15) Gesundheitstour und Podiumsdiskussion in Gotha<br />16) Himmelfahrtsfestgottesdienst im Kirchenkreis Sonneberg <br />17) Katholikentag in Mannheim<br /><br />Die Themen der Woche im einzelnen:<br /><br />PLENUM:<br /><br />1) Regierungserklärung zum G8-Gipfel und zum NATO-Gipfel<br /><br />In ihrer Regierungserklärung zum G 8-Gipfel am 18. und 19. Mai 2012 in Camp David und zum NATO-Gipfel am 20. und 21. Mai 2012 in Chicago hat Angela Merkel versucht, die siechende schwarz-gelbe Koalition als Hort der Stabilität und&nbsp; Gralshüterin des Schuldenabbaus darzustellen. Dieses Manöver ist mehr als durchsichtig. Deutschland hat in Krisenzeiten früh auf Konjunkturprogramme gesetzt, auch wenn diese teilweise eine falsche Ausrichtung hatten&nbsp;(Stichwort: Abwrackprämie). Wir sind uns sicher: Durch Sparen allein kommt Europa nicht aus der Krise. Auch der Fiskalpakt wird ohne eine Wachstumskomponente keine Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag finden. Wie die Kanzlerin mit dieser desolaten Regierung im Rücken beim NATO-Gipfel eine Strategie für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan aushandeln will, ist ebenfalls unklar. Das Protokoll der Bundestagssitzung vom vergangenen Mittwoch finden Sie hier:&nbsp;http://gruenlink.de/8pm<br /><br />2) Kooperationsverbot in Bildung und Wissenschaft<br />&nbsp;<br />Die Einführung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern in Bildungsfragen ist ein großer Fehler gewesen. Das Verbot steht einer Weiterentwicklung und verbesserten Förderungen im Bereich von Schulen und Universitäten, aber auch in Forschung und Wissenschaft, entgegen. Daher wollen wir die gesamtstaatliche Verantwortung von Bund und Ländern sowohl bei der Bildung als auch in der Wissenschaft. Der Vorschlag der Bundesregierung, nur für den Bereich Wissenschaft Grundgesetzänderungen vorzunehmen, reicht bei weitem nicht aus. Daher haben wir einen Antrag in den Bundestag eingebrach, in dem die Regierung aufgefordert wird, die Grundgesetzänderung auch auf den Bildungsbereich zu erweitern: http://gruenlink.de/8pn Dazu hat übrigens auch unsere Spitzenkandidatin für NRW, Sylvia Löhrmann, gemeinsam mit Cem Özdemir am Mittwoch einen Artikel in der Financial Times Deutschland veröffentlicht, den man hier nachlesen kann: http://gruenlink.de/8pt<br /><br />3) Fortsetzung ATALANTA: Mandatserweiterung ist falsch<br /><br />Der Schutz zum Beispiel der Schiffe des World Food Programs vor Piraten-Angriffen vor der Küste Somalias ist angesichts der Hungersnot in Somalia notwendig. Die Absicherung geschieht im Rahmen des EU-geführten ATALANTA-Mandates, an dem auch die deutsche Bundeswehr beteiligt ist, und dem die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen bisher mehrheitlich zugestimmt hat. Nun will Schwarz-Gelb den Einsatz aber von der See auf das Land ausdehnen. Das ist aus unserer Sicht ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang, dem wir nicht zustimmen können, weil es das Leben der Soldaten und den Schutz der Zivilbevölkerung in hohem Maße gefährden würde. Aus diesem Grund habe ich mich wie die Mehrheit der Fraktion auch bei der Abstimmung über das erweiterte Mandat im Bundestag enthalten. Zum Ergebnis der namentlichen Abstimmung: http://gruenlink.de/8ps<br /><br />4) Regierungserklärung zur Zukunft Europas <br /><br />Heute morgen hat der Außenminister eine Regierungserklärung zum Thema &quot;Europas Weg aus der Krise: Wachstum durch Wettbewerbsfähigkeit&quot; abgegeben, in der er hauptsächlich das Mantra eines durch Einsparungen zu erreichenden Wirtschaftswachstums als Weg aus der Krise wiederholt hat. Dabei ist längst deutlich, dass die einäugige Stabilitätspolitik der Bundesregierung, die ausschließlich auf Wachstum durch Konsolidierung setzt, nicht aber auf Programme, die die Menschen wieder in Arbeit bringen, zum Scheitern verurteilt ist. In Frankreich ist diese Politik in Form von Nicolas Sarkozy, den die Kanzlerin im Wahlkampf unterstützt hat, bereits abgewählt worden. Das sollte zu denken geben. Die Reden von Frithjof Schmidt und Manuel Sarrazin werden in Kürze hier zu finden sein: http://gruenlink.de/8po<br /><br />5) Keine Eishockey-WM in Belarus<br /><br />Belarus ist die letzte Diktatur in Europa. Unter Diktator Lukaschenko und seinem Regime werden Menschen- und Freiheitsrechte systematisch verletzt und ignoriert, die Opposition wird aufs Schärfste verfolgt, politische AktivistInnen in Schauprozessen verurteilt. Daher ist es notwendig, einen Fehler zu korrigieren und die Vergabe der Eishockey-WM im Jahr 2014 an Weißrussland zurückzunehmen. Lukaschenko und sein Regime haben das mit dieser Veranstaltung verbundene Prestige nicht verdient. Daher fordern wir in unserem Antrag den Präsidenten des Deutschen Eishockey-Bundes auf, sich auf der IIHF-Tagung im Mai 2012 in Helsinki für eine Verlegung der WM weg aus Belarus einzusetzen. Zum gemeinsamen Antrag von GRÜNEN und SPD: http://gruenlink.de/8pp Zur Kampagne: http://www.minsk2014.no/<br /><br />6) Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“<br /><br />Die Enquete-Kommission legt nach eineinhalb Jahren einen Zwischenbericht ihrer Arbeit vor. Sie soll Lösungen aufzuzeigen, wie globaler Wohlstand und soziale Gerechtigkeit mit den Grenzen eines endlichen Planeten vereinbar gemacht werden können und unter anderem ein alternatives Wohlstands- und Fortschrittsmaß entwickeln. Denn es gilt bei vielen noch die Formel „Wachstum = Wohlstand“. Das BIP ist kein Maß für Wohlstand und Lebensqualität und war als <br />solches nie gedacht. Um dieses Paradigma aufzubrechen brauchen wir Indikatoren, die uns Auskunft darüber geben, wie wir mit unserer Umwelt umgehen und wie es in unserer Gesellschaft um Lebensqualität, Kultur und Wohlstand steht. Vor allem die FDP verweigert sich einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema Wachstum. Für die weitere Arbeit der Kommission erhoffen wir uns einen wissensbasierten Diskurs und wirkliche Erkenntnisse. Eines ist klar für uns, Deutschland als führendes Industrie- und Exportland muss eine Vorreiterrolle übernehmen. Deshalb wollen wir zeigen, dass eine sozial-ökologische Transformation machbar ist. Mehr zum Thema: http://gruenlink.de/8pw<br /><br />7) Pflegeversicherung<br /><br />Das Bundeskabinett hat das Pflege-Neuausrichtungsgesetz beschlossen. Doch die Verbesserungen sind unzureichend, ohne Konzept, teilweise zeitlich begrenzt und trotz ihrer Geringfügigkeit nicht dauerhaft gegenfinanziert. Deshalb brauchen wir eine grundlegende Pflegereform, die zu Leistungsverbesserungen führt und deren Finanzierung auch in Zukunft sichert. Zur inhaltlichen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung sind zusätzliche Reformschritte notwendig. Dazu haben wir einen eigenen Antrag vorgelegt: http://gruenlink.de/8pu<br /><br />8) Unkonventionelles Erdgas: Schutz vor Fracking-Folgen<br /><br />In bunten Broschüren mit dem Titel „Chancen nutzen, Umwelt schützen“ wirbt der „Wirtschaftsverband Erdöl und Erdgasgewinnung e. V.“ für die Akzeptanz von unkonventionellem Erdgas, das durch so genanntes „Fracking“ gewonnen<br />wird. Dabei wird mit Chemikalien und Sand versetztes Wasser unter hohem Druck in den Boden gepumpt. Diese Methode der Erdgasgewinnung hat aber z. B. in den USA bereits zu Unfällen, zur großflächigen Zerstörung der Landschaft und zur Verschmutzung des Trinkwassers geführt. Wir fordern daher allen bunten Hochglanzbroschüren mit wohlklingenden Titeln zum Trotz ein Moratorium von mindestens zwei Jahren, um die Risiken umfassend zu überprüfen. Zu unserem GRÜNEN Antrag hatten wir eine namentliche Abstimmung beantragt. Zum Antrag: http://gruenlink.de/8pq<br />Zum Ergebnis der namentlichen Abstimmung: http://gruenlink.de/8pr<br /><br />9) Bergrecht: Gleiches Recht für alle
Durch Sonderregelungen im Bergrecht sind die Inhaber so genannter „alter Rechte“ von der Zahlung der Förderabgabe in Höhe von zehn Prozent des durchschnittlichen Marktwerts der gewonnenen Bodenschätze ausgenommen. Dieses Privileg halten wir für eine überholte Ungleichbehandlung und wollen es zugunsten einer Gleichbehandlung und höherer Einnahmen für die betroffenen Bundesländer abschaffen. Zum GRÜNEN Gesetzentwurf: http://gruenlink.de/8py<br /><br />RÜCKBLICK:<br /><br />10) Religionsunterricht: Debatte in Schleswig-Holstein<br /><br />Wenn es in der Schule um Religion und Werte geht, werden wie in vielen Bundesländern auch im Hohen Norden die Schülerinnen und Schüler getrennt und in katholischer oder evangelischer Religion oder Philosophie unterrichtet, in der Grundschule wird auch Islamunterricht angeboten. Die GRÜNEN in Schleswig-Holstein haben den Vorschlag gemacht, die Klassen nicht länger zu teilen, sondern Religion für alle anzubieten - mit Zeitfenstern für die verschiedenen Konfessionen und Weltanschauungen. Gemeinsam mit der Kirche soll überlegt werden, ob diese &quot;Hamburger Modell&quot;, das in der Hansestadt erfolgreich in Verantwortung der evangelischen Kirche praktiziert wird, auch für Schleswig-Holstein möglich ist. Dazu habe ich ein Interview in der SHZ gegeben: http://gruenlink.de/8pv<br /><br />11) GRÜNER Länderrat: GRÜN bewegt was!<br /><br />Am 28. April hat der GRÜNE Länderrat in Lübeck getagt und Anträge zur Energiewende, zur Finanzpolitik und einigen weiteren Themen verabschiedet. Alle Beschlüsse sind zu finden unter: http://www.gruene.de/partei/gruen-bewegt-was.html<br /><br />12) Bundesrat stoppt Schwarz-Gelbe Solarförderkürzung und Steuersenkungen<br /><br />In der heutigen Sitzung des Bundesrates hat die angebliche „Wunschkoalition“ von Union und FDP zwei deutliche Dämpfer hinnehmen müssen. Gegen die völlig überzogenen und zudem überstürzten Kürzungspläne des Duos Röttgen und Rösler bei der Förderung der Solarenergie haben neben den von GRÜNEN und SPD regierten Ländern auch mehrere CDU-geführte Länder gestimmt. Denn die Kürzungspläne der Bundesregierung bedeuten nicht weniger als die Zerstörung<br />einer wirtschafts- und energiepolitischen Erfolgsgeschichte, besonders in den ostdeutschen Bundesländern. Jetzt wird der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat angerufen, und Angela Merkel tut gut daran, auf die Stimmen der Vernunft, die sich auf Länderseite auch aus den eigenen Reihen deutlich zu Wort gemeldet haben, zu hören. Ein weiterer Fall für den Vermittlungsausschuss sind die schwarz-gelben Steuerpläne, die im Bundesrat ebenfalls nicht die erforderliche Mehrheit gefunden haben. Die Steuersenkungsfantasien von CDU/CSU und FDP haben die Mehrheit der Länder eine deutliche Absage erteilt. Jetzt muss die Bundesregierung nachbessern – für mehr Planungssicherheit für die Solarwirtschaft und das Handwerk und gegen Steuerausfälle in Zeiten knapper Kassen. Zur Homepage des Bundesrates: http://gruenlink.de/8qd<br /><br />AUSBLICK:<br /><br />13) GRÜNE Konferenz in Niedersachsen<br /><br />Am morgigen Samstag bin ich beim niedersächsischen Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen in Osnabrück eingeladen. Die Konferenz zum Thema soziale Gerechtigkeit und Demokratie gehört zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, bei denen das Programm für die Landtagswahl im nächsten Jahr entwickelt und diskutiert wird. Ich freue mich sehr, dort zum Thema „Demokratie und Teilhabe“ zu sprechen und anschließend auf einem Podium und mit unseren Freundinnen und Freunden diskutieren zu können. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Hier geht es zur Einladung: http://gruenlink.de/8px<br /><br />Für alle, die das Thema zwar interessiert, die aber nicht kommen können: Die Rede wird am Anfang kommender Woche auf meine Homepage zu finden sein.<br /><br />14) Besuch des interkulturellen Gartens <br /><br />In der kommenden Woche bin ich wieder in Thüringen unterwegs. Am Montag besuche ich den vom GRÜNE Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt initiierten interkulturellen Garten an der Gemeinschaftsunterkunft in Beulwitz. Ein spannendes Projekt, dass zeigt wie einfach interkulturelles Miteinander sein kann. Ein Bericht vom Start der Gartenbau-Aktion findet sich auf Homepage der GRÜNEN in SLF-RU: <link http://www.gruene-slf-ru.de/>http://www.gruene-slf-ru.de/</link>
<br />15) Gesundheitstour und Podiumsdiskussion in Gotha<br /><br />Am Dienstag besuche ich dann im Rahmen der Gesundheitstour der GRÜNEN Landtagsfraktion gemeinsam mit der Fraktionsvorsitzenden Anja Siegesmund zunächst das Krankenhaus Waltershausen/Friedrichroda, um anschließend ab 18:00 Uhr im Theatercafé in Gotha öffentlich über die Frage &quot;Gesundheitsheitsversorgung gewährleisten - aber wie?&quot; zu diskutieren. Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier: http://gruenlink.de/43q<br /><br />16) Himmelfahrtsfestgottesdienst im Kirchenkreis Sonneberg<br />&nbsp;<br />An Himmelfahrt bin ich zu Gast in Südthüringen. Im Festgottesdienst, der um 10.00 Uhr im Schlosspark von Mupperg (Adresse: An der Steinach 29) unter dem Motto „Erdverbunden - himmelwärts“ stattfindet, werde ich die Predigt halten. im Anschluss an den Gottesdienst besteht noch die Möglichkeit zum Gespräch und geselligen Beisammensein. <br /><br />17) Katholikentag in Mannheim<br /><br />Am Himmelfahrtswochenende werden in Mannheim 25.000 Christinnen und Christen zum Katholikentag erwartet. Unter dem Leitwort &quot;Einen neuen Aufbruch wagen&quot; werden sie diskutieren, wie gehandelt und entschieden werden muss, um Schöpfung zu bewahren, Ungerechtigkeit zu begegnen und Frieden zu schaffen. Sie werden über Glauben und Hoffnung sprechen und nicht zuletzt nach der notwendigen Neuorientierung in der katholischen Kirche fragen. Ich werde am Freitag in Mannheim sein, eine Bibelarbeit halten und auf einem Podium über lebendige Demokratie und Bürgerbeteiligung sprechen. Zur Website: http://www.katholikentag.de/]]></content:encoded>
			<category>Newsletter</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 11 May 2012 15:15:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>&quot;Auch ein Ort politischer Debatte am Puls der Zeit&quot; </title>
			<link>http://goering-eckardt.de/detail/nachricht/auch-ein-ort-politischer-debatte-am-puls-der-zeit-katrin-goering-eckardt-zum-katholikentag.html</link>
			<description>Kurz-Interview mit Katrin Göring-Eckardt, Präses der Synode der Evangelischen Kirche Deutschland, in der &quot;Heilbronner Stimme&quot; am 11. Mai 2012 zum ihrem Engagement beim dt. Katholikentag in Mannheim. Das Interview führte H. Seifert.</description>
			<content:encoded><![CDATA[
<i>Frau Göring-Eckardt, gehen Sie als Präses der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) oder als Vizepräsidenten des Bundestags zum Deutschen Katholikentag nach Mannheim?</i>
<i></i><i>Göring-Eckardt:</i> Kirchentage und Katholikentage sind immer große Familientreffen der Christenmenschen. Und sie sind zugleich Orte von politischer und gesellschaftlicher Debatte ganz am Puls der Zeit. Zuerst gehe ich als Person hin. Ich halte eine Bibelarbeit, auf die ich mich sehr freue. Da ist die Einladung sicher eher an die Kirchenfrau gegangen. Aber es gibt eine Diskussion, in der es um die Frage von Demokratie und Beteiligung geht, und das ist natürlich spannend für die Politikerin.
<i><br />Sind die Katholischen Kirchentage hilfreich für die Ökumene?</i>
<i>Göring-Eckardt:</i> Das haben wir in der Vergangenheit gemerkt, wie gut wir als Deutscher Evangelischer Kirchentag mit dem Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) zusammenarbeiten – eine wunderbare Selbstverständlichkeit. Als Laienbewegungen können wir viel gemeinsam voranbringen. Das werden wir auch wieder in Mannheim sehen.
<i><br />Was ist der Unterschied zwischen der römisch-katholischen Laienbewegung und der Amtskirche?</i>
<i></i><i>Göring-Eckardt:</i> In der Laienbewegung gibt es eine große Offenheit für das ökumenische Anliegen. Da wird vieles vordiskutiert, das dann in der Amtskirche eingebracht wird.
<i><br />Kann die Laienbewegung Veränderungen in Gang setzen?</i>
<i>Göring-Eckardt:</i> Das hat sie bereits. Und ich bin sehr froh, dass wir in beiden Kirchen große Laienbewegungen haben.
<br /><i>Welche Impulse erwarten Sie sich?</i>
<i>Göring-Eckardt:</i><b> </b>Ich erwarte, dass die Menschen etwas von der Freundlichkeit Gottes erfahren. Und ich erhoffe, dass wir bei den großen politischen Themen Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung auch Akzente sehen.

<i>Können auch Nicht-Christen etwas mitnehmen?</i>
<i>Göring-Eckardt:</i><b> </b>Ich gehe davon aus, dass diese Christentreffen ausstrahlen können auf die, die bisher nichts damit anfangen konnten. Das haben wir beim Kirchentag vergangenes Jahr in Dresden gemerkt.]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles</category>
			<category>Kirche</category>
			<category>Interviews</category>
			<category>Zeitungen</category>
			<category>Synodenpräses</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 11 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>„Mittel aus Mauerfonds für Aufarbeitung der SED-Diktatur nutzen!“</title>
			<link>http://goering-eckardt.de/detail/nachricht/mittel-aus-mauerfonds-fuer-aufarbeitung-der-sed-diktatur-nutzen.html</link>
			<description>Zur heute anstehenden Entscheidung des Haushaltsausschusses des Bundestages fast 800.000 Euro aus den Mitteln des Mauerfonds an die Stadt Oberhof zu zahlen, erklärt Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen):
„Thüringen hat erneut die Chance verschlafen mit mehr als 2,1 Millionen Euro Projekte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zu fördern. Stattdessen erhält nun die Stadt Oberhof für touristische und sportliche Zwecke fast 800.000 Euro. Das ist überaus bedenklich und nicht hinnehmbar, denn hier ergibt sich kein Zusammenhang zwischen Herkunft und Verwendung der Mittel.“ so Katrin Göring-Eckardt.
„Das Geld, welches aus dem Verkauf von Mauer- und Grenzgrundstücken an frühere Eigentümer stammt, kann laut Mauergrundstücksverordnung (MauerV) zur Förderung von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Zwecken eingesetzt werden. Aufgrund der besonderen Geschichte dieser Finanzmittel und der sich daraus ergebenden moralischen Verantwortung, halte ich es für unabdingbar diese Gelder ausschließlich in Projekte fließen zu lassen, die sich mit der Aufarbeitung der SED-Diktatur befassen. Vielen dieser Aufarbeitungseinrichtungen fehlt es immer wieder an finanziellen Ressourcen, um ihre begonnene Arbeit fortzusetzen und auszubauen.“ so Katrin Göring-Eckardt weiter.
Abschließend fügt die Grünen-Abgeordnete hinzu: „Das Geld aus dem sogenannten Mauerfonds sollte zielgerichtet für die Aufarbeitung des DDR-Unrechts eingesetzt werden. Noch immer hat Thüringen in diesem Bereich viel aufzuholen. Insbesondere auch in der Vermittlung dieses Teils deutscher Geschichte an die nach 1989 Geborenen liegt eine besondere Verantwortung, der wir in Zukunft verstärkt nachkommen müssen. Für zukünftige Ausschüttungen aus dem Mauerfonds muss daher darauf geachtet werden eine konsistente Fortsetzung der Aufarbeitung des DDR-Unrechts zu fördern, statt einen hochsubventionierten Ort wie Oberhof mit weiteren Finanzmitteln auszustatten.“</description>
			<content:encoded><![CDATA[Zur heute anstehenden Entscheidung des Haushaltsausschusses des Bundestages fast 800.000 Euro aus den Mitteln des Mauerfonds an die Stadt Oberhof zu zahlen, erklärt Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen):
„Thüringen hat erneut die Chance verschlafen mit mehr als 2,1 Millionen Euro Projekte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zu fördern. Stattdessen erhält nun die Stadt Oberhof für touristische und sportliche Zwecke fast 800.000 Euro. Das ist überaus bedenklich und nicht hinnehmbar, denn hier ergibt sich kein Zusammenhang zwischen Herkunft und Verwendung der Mittel.“ so Katrin Göring-Eckardt.
„Das Geld, welches aus dem Verkauf von Mauer- und Grenzgrundstücken an frühere Eigentümer stammt, kann laut Mauergrundstücksverordnung (MauerV) zur Förderung von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Zwecken eingesetzt werden. Aufgrund der besonderen Geschichte dieser Finanzmittel und der sich daraus ergebenden moralischen Verantwortung, halte ich es für unabdingbar diese Gelder ausschließlich in Projekte fließen zu lassen, die sich mit der Aufarbeitung der SED-Diktatur befassen. Vielen dieser Aufarbeitungseinrichtungen fehlt es immer wieder an finanziellen Ressourcen, um ihre begonnene Arbeit fortzusetzen und auszubauen.“ so Katrin Göring-Eckardt weiter.
Abschließend fügt die Grünen-Abgeordnete hinzu: „Das Geld aus dem sogenannten Mauerfonds sollte zielgerichtet für die Aufarbeitung des DDR-Unrechts eingesetzt werden. Noch immer hat Thüringen in diesem Bereich viel aufzuholen. Insbesondere auch in der Vermittlung dieses Teils deutscher Geschichte an die nach 1989 Geborenen liegt eine besondere Verantwortung, der wir in Zukunft verstärkt nachkommen müssen. Für zukünftige Ausschüttungen aus dem Mauerfonds muss daher darauf geachtet werden eine konsistente Fortsetzung der Aufarbeitung des DDR-Unrechts zu fördern, statt einen hochsubventionierten Ort wie Oberhof mit weiteren Finanzmitteln auszustatten.“]]></content:encoded>
			<category>DDR-Aufarbeitung</category>
			<category>Pressemitteilungen</category>
			<category>Thüringen</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 09 May 2012 14:20:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Ostdeutsche Solarindustrie braucht Planungssicherheit statt Geheimniskrämerei und Gipfelrhetorik</title>
			<link>http://goering-eckardt.de/detail/nachricht/ostdeutsche-solarindustrie-braucht-planungssicherheit-statt-geheimniskraemerei-und-gipfelrhetorik.html</link>
			<description>Anlässlich des Treffens der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen sowie den Ministerpräsidenten von Sachsen und Sachsen-Anhalt am vergangenen Montag, dem 7. Mai 2012, erklärt die Thüringer Abgeordnete und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen):</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="align-justify">     „Diese Bundesregierung ist der größte Bremsklotz der Energiewende     und gefährdet tausende Arbeitsplätze in Ostdeutschland. Egal ob beim     Netzausbau, der Energieeffizienz oder dem Ausbau Erneuerbarer     Energien, außer wahlkampftaktischer Blockade und Klientelpolitik für     die vier großen Energiedinosaurier hat Schwarz-Gelb in Sachen     Energiepolitik nichts zu bieten. Mit ihrer übermäßigen Solarkürzung     riskiert diese Bundesregierung eine zweite Deindustrialisierung     Ostdeutschlands. Die&nbsp; schwarz-gelbe Rotstiftpolitik wird dabei     keines der aktuellen Probleme der Solarstromförderung lösen,     stattdessen werden die alten Fehler von Novelle zu Novelle     wiederholt. Dabei müsste Bundesumweltminister Röttgen (CDU) aus den     nunmehr vier Novellen des EEG eigentlich schlau geworden sein. Schon     in der Vergangenheit hat der übertriebene Kürzungspopulismus zu     Torschlusspanik und einem unausgewogenen Zubau an Solaranlagen     geführt, welcher die Kosten weiter in die Höhe trieb, anstatt sie zu     senken. Planungssicherheit für die deutsche Solarbranche und das     mittelständige Handwerk? Fehlanzeige!“, so Göring-Eckardt.<br />     <br />     Deshalb fordert die Thüringer Bundestagsabgeordnete Thüringens     Ministerpräsidentin Lieberknecht auf, sich nicht auf faule     Kompromisse und Gipfelrhetorik einzulassen. Stattdessen muss     Thüringen die Bundesregierung auf klare Zusagen festlegen, welche im     Vermittlungsausschuss des Bundestages umgesetzt werden können. Dazu     gehört unter anderem, die Kürzung der Einspeisevergütung nach dem     Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auf maximal 20 Prozent zu     reduzieren, die besonders günstigen Anlagen über 10 Megawatt     weiterhin zu vergüten sowie den Vermarktungszwang für     Solaranlagenbetreiber zu beseitigen und stattdessen einen     Speicherbonus einzuführen. <br />     <br />     „Am 11. Mai 2012 hat Thüringen letztmalig die Chance, im Bundesrat     den Vermittlungsausschuss anzurufen und damit den Kahlschlag der     Bundesregierung bei der Solarförderung zu entschärfen. Von dieser     Bundesregierung haben wir keine positiven Impulse in Richtung     Energiewende mehr zu erwarten, die Länder müssend daher mit gutem     Beispiel voran gehen und die Sache selbst in die Hand nehmen. Nur so     können tausende Arbeitsplätze in der Thüringer Solarbranche     gesichert und eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte fortgeschrieben     werden“, fordert Göring-Eckardt abschließend.</p>]]></content:encoded>
			<category>Pressemitteilungen</category>
			<category>Energie und Umwelt</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 08 May 2012 11:39:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Gottesdienst Jubilate in der Evangelischen Kirche Bad Soden</title>
			<link>http://goering-eckardt.de/detail/nachricht/gottesdienst-jubilate-in-der-evangelischen-kirche-bad-soden.html</link>
			<description>Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer bekommt wie viel Geld? Welche Projekte fördert die evangelische Kirche in Deutschland? Wofür soll Geld ausgegeben werden? Wir müssen und dürfen verantworten, was Gutes geschehen soll mit zur Verfügung stehenden Mitteln. Und mitten hinein in eine solche Diskussion erzählte ein Mitglied des Rates, wie sie einmal als junge Frau angekommen ist auf einem Bahnhof in Süddeutschland. Es war spät abends, der letzte Zug, Gestrandet. Fremd. Nachts allein auf einem unwirtlichen Bahnhof. Und ohne Geld, um sich ein Hotelbett leisten zu können. So stand sie nun da – und vor sich mehrere Stunden einer dunklen und kalten Nacht und allerlei Ängste, vor denen ihr graute. Es gab hier nichts, außer dem Ort für Obdachlose, Behinderte, denen man beim Aussteigen hilft und Lebensuntüchtige: Die Bahnhofsmission. Nicht für sie bestimmt, das Kind aus guten Verhältnissen. Ob sie sich nun selbst an die Frauen und Männer der Bahnhofsmission wandte oder ob die Mitarbeiterinnen die junge Frau von sich aus ansprachen – das weiß ich nicht mehr. Ich weiß aber noch sehr genau, wie ihre Augen leuchteten, als sie uns davon erzählte. Und wie dankbar sie war, in dieser Nacht Ansprache und Unterschlupf gefunden zu haben. Dass sie etwas zu Essen bekam und ein warmes Getränk, dass sie in freundliche Gesichter blicken und mit Menschen reden konnte: Dies sei ein Erlebnis gewesen, das sie zutiefst geprägt habe in ihrem Leben. Und sie würde daran immer wieder und voll Dankbarkeit zurückdenken. Und nicht nur, dass die Bahnhofsmission nun in jedem Jahr eine Spende bekommt, sie weiß seither, dass es eben auch in einem noch so reichem Land nicht geht, ohne Zuwendung und Beistand, ohne Hilfe in der Not, ohne Menschen, die nicht lange fragen, sondern einfach tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin davon überzeugt, liebe Gemeinde, dass es solche vermeintlich kleinen Erlebnisse sind, die uns für unser Leben und nachhaltig prägen. Natürlich haben wir das Große im Gedächtnis. Das, worauf die Weltöffentlichkeit die Scheinwerfer richtet, erinnern wir oft sogar kollektiv und heute auch mit gemeinsamen Bildern. Der Fall der Mauer, 9/11, die Tsunamiwelle, oder etwas anders: der Kirchentagsgottesdienst mit den 100 000. Die großen Dinge haben wir im Gedächtnis. Die kleinen aber im Herzen. Ein Lied auf dem Weg, ein überraschendes Kompliment, ein verrückter Kindersatz, ein kleines Geschenk, eine offenen Tür oder eben ein heißer Tee. Erlebnisse und Ereignisse, die mit Geld nicht zu bezahlen sind – denn hätte das Geld meiner Ratskollegin damals für ein Hotelzimmer ausgereicht, sie hätte diese Nacht in der fremden Stadt doch längst vergessen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Predigttext, der für den heutigen Sonntag Jubilate vorgeschlagen ist, geht es um das, was sichtbar ist und um das, was unsichtbar bleibt im Leben. Er steht im zweiten Brief des Apostel Paulus an die christliche Gemeinde in Korinth, er findet sich im 4. Kapitel und umfasst die Verse 16 bis 18.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bleibe am letzten Satz aus diesem Text von Paulus hängen: Was sichtbar ist, das ist zeitlich, aber was unsichtbar ist, das ist ewig. &lt;br /&gt;Alt ist er mit den Jahren geworden, als er diesen Text schreibt, Paulus, der unermüdliche Apostel, der durch die gesamte bekannte Welt gereist ist und das Evangelium gepredigt hat. Viele Menschen hat er damit begeistert und sie haben sich taufen lassen. Die christliche Gemeinde ist stetig gewachsen. Aber in der von ihm gegründeten Gemeinde in Korinth gibt es mittlerweile auch Bestrebungen, die ihn als überholt, als &quot;out&quot;, ansehen. Mit einem Lächeln über diesen alten Mann sprechen. Viele wünschen sich neue Anregungen und frischen Wind, die nächste Generation ersehnt neue Köpfe zur Verkündigung der Frohen Botschaft von Gottes Liebe in der Welt durch seinen Sohn Jesus Christus. Es braucht endlich moderne Methoden, neue Bilder, anständige Öffentlichkeitsarbeit, mehr Präsenz, mehr Transparenz, mehr Charisma! Paulus tut wohl, was ihm gute Berater heute auch vorgeschlagen hätten. Er bleibt sich treu und glaubwürdig, er macht keine Verrenkungen, sondern tut, was er am besten kann: er redet von Gott nicht in Parolen, sondern so, dass es das Herz berührt. Das Sichtbare, das Äußere, ist vergänglich, das Unsichtbare aber, das Innerliche, das bleibt. Der Körper nimmt ab und schwindet. Das Herz aber, die Seele bleiben. Heute feiern wir ja hier Stiftungsgottesdienst. Und nicht nur wegen all der Verdienste Ihrer Stiftung, wegen all dem Sichtbaren, das in den letzten Jahren entstanden ist, wissen wir, dass es mitnichten völlig gleichgültig ist, wie die Dinge von außen anzusehen sind. Es ist nicht egal, ob das Dach der Kindertagesstätte undicht ist oder ob es sie überhaupt gibt. Es ist nicht egal, ob es Hilfen zur Erziehung gibt und Jugendarbeit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dennoch sind wir hier definitiv im Bereich des Sichtbaren. Und es ist ja auch gut, dass Sie sehen können, was Ihr Engagement austrägt. Und natürlich ist es immer auch ein Evangelium, eine gute Nachricht, wenn wir als Christinnen und Christen in der Welt etwas bewegen, Gutes tun, uns einsetzen, sie ein wenig besser machen. Und natürlich fallen uns allerlei biblische Sätze und Gleichnisse ein, die darauf genau passen würden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch heute, an diesem Sonntag, der uns auch noch Jubilate – Jubelt! – heißt, an diesem Sonntag steht uns dieser Paulus im Wege beim einfachen Freuen und fröhlich sein über das Erreichte. Der Paulus, der in der Defensive ist, macht wieder einmal klar, dass das alles noch nicht reicht. Diese Typen haben wir ganz besonders gern. Du tust etwas und natürlich ist es nicht genug. Du tust mehr und natürlich ist es das Falsche. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was sichtbar ist, das ist zeitlich. Es wird von Motten und Rost zerfressen, heißt es bei Matthäus (Mt. 6,19.20). Das Unsichtbare aber ist ewig. Ich will mit Ihnen gern einen Moment auf die Suche gehen, nach dem Unsichtbaren. Was ist das Verborgene, das, was wir nicht sehen und doch glauben? Was ist das, was bleibt?&lt;br /&gt;Die Zeit, in der wir leben, ist ja nicht allein unsicher, krisenhaft, unübersichtlich. Wir leben auch in einer Zeit der Gottesverborgenheit. Und womöglich sogar noch mehr: vielleicht leben wir sogar, ohne Gott überhaupt zu suchen. Unsere Seelen werden so heimatlos, wie wir selbst es schon sein müssen. Immer auf Achse, immer verfügbar, immer flexibel. Ich weiß nicht, wie viele von Ihnen sagen würden, dieser Ort hier, an dem ich jetzt wohne, das ist meine Heimat. Das war wohl einmal einfacher. Das kannte man die Scholle genau, die die eigene war. Und auch um den auf der Nachbarscholle wusste man ganz gut. Heimat, das war Zugehörigkeit zu einem Ort, zu einer Familie, zu einem Milieu und all das zusammen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass wir uns also an Sichtbares halten, ist mehr als verständlich und doch: als Christinnen und Christen haben wir eine Heimat, die nicht aus Steinen, Fluss und Panorama besteht. Als Christinnen und Christen haben wir unsere Heimat auch in Gott, in der Suche nach ihm, auf den Wegen, die er in unsere Seele schreibt. Dass Gott uns hält, dass wir nicht allein sind, weil er an unserer Seite bleibt, wie bei den Emmausjüngern (Lk. 24, 13-35), das haben wir oft gehört und gesagt. Und trotzdem ist unser Herz immer wieder eng, wenn wir nicht recht wissen, wo wir hin sollen, wen wir anrufen könnten, weil es dunkel ist vor der Stirn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Suche nach Gott, die Suche nach Heimat in ihm, an Beheimatung glauben zu können, und daran, dass &quot;in meines Vaters Hause viele Wohnungen&quot; sind (vgl. Joh. 14,2), ist mehr als eine Idee oder etwas irgendwie Transzendentes. Es ist das Wagnis, innerlich zu sein. Es ist der Mut sich trösten zu lassen, und die Hoffnung, bei sich, bei Gott bleiben zu können, auch wenn die Welt noch so unruhig ist. Die drastischen Beispiele kennen wir wohl, von denen, die nach dem burn-out ein neues Leben anfingen, ganz anders. Ich wünsche uns, dass wir das nicht brauchen, nicht den ganz großen Schnitt. Sondern, dass unsere Gottessuche im Alltag wohnt. Dass sie uns freuen lässt am Kleinen – dass sie uns zweifeln lässt freilich auch. Und dass sie uns tun lässt, nicht zuletzt. Aber vor allem gehört wohl eines dazu: dass wir uns überraschen lassen können. Dass es eben nicht vorgegeben ist, was richtig ist, dass die gute Tat nicht schon fest steht und dass immer schon klar ist, wer auf der richtigen und wer auf der falschen Seite steht. Dass wir uns überraschen lassen können von unserem Gott, weil er sich zeigt. Vielleicht in der Musik, die uns so zu Herzen geht, vielleicht in dem schwierigen Gedanken, der uns tagelang erfasst. Und vielleicht überrascht er uns auch, indem er uns eine Nacht lang die Geborgenheit der Bahnhofsmission inmitten eines kalten und unwirtlichen Bahnhofs schenkt – ein vermeintlich kleines Erlebnis, das doch ein ganzes Leben zu prägen vermag. Denn wenn der Himmel sich im Menschen spiegeln kann, entsteht Innerlichkeit; ohne Himmel aber verlieren wir auch die Weite in uns. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;es ist gut und beeindruckend und extrem hilfreich, was Sie hier tun. Und falls es nicht oft geschieht, will ich Ihnen Dank sagen dafür. Und doch will ich Ihnen gern noch ein kleines wunderbares Päckchen aufladen, bei all dem. Suchen Sie nach Gott in dieser Welt, schauen Sie in verborgene Säle Ihrer Seele, und dann: erzählen Sie von ihm, von all dem Wunderbaren und Erstaunlichen, erzählen Sie von Gott und von dem, was nicht sichtbar ist. „Dein Glaube hat dir geholfen“ heißt es im Gleichnis (&quot;Heilung der blutflüssigen Frau&quot;, Matthäus 9, 18-22par). Dein Glaube hat dich gehend gemacht. Vielleicht lässt uns der Glaube heute ja ankommen, zu Hause sein, in einer unbehausten Welt. Tun Sie Gutes und reden Sie gut von Gott. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und der Friede Gottes, der viel größer ist als all unser Begreifen und unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.<br /><br />Liebe Gemeinde, <br /><br />Wer bekommt wie viel Geld? Welche Projekte fördert die evangelische Kirche in Deutschland? Wofür soll Geld ausgegeben werden? Wir müssen und dürfen verantworten, was Gutes geschehen soll mit zur Verfügung stehenden Mitteln. Und mitten hinein in eine solche Diskussion erzählte ein Mitglied des Rates, wie sie einmal als junge Frau angekommen ist auf einem Bahnhof in Süddeutschland. Es war spät abends, der letzte Zug, Gestrandet. Fremd. Nachts allein auf einem unwirtlichen Bahnhof. Und ohne Geld, um sich ein Hotelbett leisten zu können. So stand sie nun da – und vor sich mehrere Stunden einer dunklen und kalten Nacht und allerlei Ängste, vor denen ihr graute. Es gab hier nichts, außer dem Ort für Obdachlose, Behinderte, denen man beim Aussteigen hilft und Lebensuntüchtige: Die Bahnhofsmission. Nicht für sie bestimmt, das Kind aus guten Verhältnissen. Ob sie sich nun selbst an die Frauen und Männer der Bahnhofsmission wandte oder ob die Mitarbeiterinnen die junge Frau von sich aus ansprachen – das weiß ich nicht mehr. Ich weiß aber noch sehr genau, wie ihre Augen leuchteten, als sie uns davon erzählte. Und wie dankbar sie war, in dieser Nacht Ansprache und Unterschlupf gefunden zu haben. Dass sie etwas zu Essen bekam und ein warmes Getränk, dass sie in freundliche Gesichter blicken und mit Menschen reden konnte: Dies sei ein Erlebnis gewesen, das sie zutiefst geprägt habe in ihrem Leben. Und sie würde daran immer wieder und voll Dankbarkeit zurückdenken. Und nicht nur, dass die Bahnhofsmission nun in jedem Jahr eine Spende bekommt, sie weiß seither, dass es eben auch in einem noch so reichem Land nicht geht, ohne Zuwendung und Beistand, ohne Hilfe in der Not, ohne Menschen, die nicht lange fragen, sondern einfach tun.<br /><br />Ich bin davon überzeugt, liebe Gemeinde, dass es solche vermeintlich kleinen Erlebnisse sind, die uns für unser Leben und nachhaltig prägen. Natürlich haben wir das Große im Gedächtnis. Das, worauf die Weltöffentlichkeit die Scheinwerfer richtet, erinnern wir oft sogar kollektiv und heute auch mit gemeinsamen Bildern. Der Fall der Mauer, 9/11, die Tsunamiwelle, oder etwas anders: der Kirchentagsgottesdienst mit den 100 000. Die großen Dinge haben wir im Gedächtnis. Die kleinen aber im Herzen. Ein Lied auf dem Weg, ein überraschendes Kompliment, ein verrückter Kindersatz, ein kleines Geschenk, eine offenen Tür oder eben ein heißer Tee. Erlebnisse und Ereignisse, die mit Geld nicht zu bezahlen sind – denn hätte das Geld meiner Ratskollegin damals für ein Hotelzimmer ausgereicht, sie hätte diese Nacht in der fremden Stadt doch längst vergessen. <br /><br />Im Predigttext, der für den heutigen Sonntag Jubilate vorgeschlagen ist, geht es um das, was sichtbar ist und um das, was unsichtbar bleibt im Leben. Er steht im zweiten Brief des Apostel Paulus an die christliche Gemeinde in Korinth, er findet sich im 4. Kapitel und umfasst die Verse 16 bis 18.<br /><br />Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig. <br /><br />Ich bleibe am letzten Satz aus diesem Text von Paulus hängen: Was sichtbar ist, das ist zeitlich, aber was unsichtbar ist, das ist ewig. <br />Alt ist er mit den Jahren geworden, als er diesen Text schreibt, Paulus, der unermüdliche Apostel, der durch die gesamte bekannte Welt gereist ist und das Evangelium gepredigt hat. Viele Menschen hat er damit begeistert und sie haben sich taufen lassen. Die christliche Gemeinde ist stetig gewachsen. Aber in der von ihm gegründeten Gemeinde in Korinth gibt es mittlerweile auch Bestrebungen, die ihn als überholt, als &quot;out&quot;, ansehen. Mit einem Lächeln über diesen alten Mann sprechen. Viele wünschen sich neue Anregungen und frischen Wind, die nächste Generation ersehnt neue Köpfe zur Verkündigung der Frohen Botschaft von Gottes Liebe in der Welt durch seinen Sohn Jesus Christus. Es braucht endlich moderne Methoden, neue Bilder, anständige Öffentlichkeitsarbeit, mehr Präsenz, mehr Transparenz, mehr Charisma! Paulus tut wohl, was ihm gute Berater heute auch vorgeschlagen hätten. Er bleibt sich treu und glaubwürdig, er macht keine Verrenkungen, sondern tut, was er am besten kann: er redet von Gott nicht in Parolen, sondern so, dass es das Herz berührt. Das Sichtbare, das Äußere, ist vergänglich, das Unsichtbare aber, das Innerliche, das bleibt. Der Körper nimmt ab und schwindet. Das Herz aber, die Seele bleiben. Heute feiern wir ja hier Stiftungsgottesdienst. Und nicht nur wegen all der Verdienste Ihrer Stiftung, wegen all dem Sichtbaren, das in den letzten Jahren entstanden ist, wissen wir, dass es mitnichten völlig gleichgültig ist, wie die Dinge von außen anzusehen sind. Es ist nicht egal, ob das Dach der Kindertagesstätte undicht ist oder ob es sie überhaupt gibt. Es ist nicht egal, ob es Hilfen zur Erziehung gibt und Jugendarbeit. <br /><br />Dennoch sind wir hier definitiv im Bereich des Sichtbaren. Und es ist ja auch gut, dass Sie sehen können, was Ihr Engagement austrägt. Und natürlich ist es immer auch ein Evangelium, eine gute Nachricht, wenn wir als Christinnen und Christen in der Welt etwas bewegen, Gutes tun, uns einsetzen, sie ein wenig besser machen. Und natürlich fallen uns allerlei biblische Sätze und Gleichnisse ein, die darauf genau passen würden. <br /><br />Doch heute, an diesem Sonntag, der uns auch noch Jubilate – Jubelt! – heißt, an diesem Sonntag steht uns dieser Paulus im Wege beim einfachen Freuen und fröhlich sein über das Erreichte. Der Paulus, der in der Defensive ist, macht wieder einmal klar, dass das alles noch nicht reicht. Diese Typen haben wir ganz besonders gern. Du tust etwas und natürlich ist es nicht genug. Du tust mehr und natürlich ist es das Falsche. <br /><br />Was sichtbar ist, das ist zeitlich. Es wird von Motten und Rost zerfressen, heißt es bei Matthäus (Mt. 6,19.20). Das Unsichtbare aber ist ewig. Ich will mit Ihnen gern einen Moment auf die Suche gehen, nach dem Unsichtbaren. Was ist das Verborgene, das, was wir nicht sehen und doch glauben? Was ist das, was bleibt?<br />Die Zeit, in der wir leben, ist ja nicht allein unsicher, krisenhaft, unübersichtlich. Wir leben auch in einer Zeit der Gottesverborgenheit. Und womöglich sogar noch mehr: vielleicht leben wir sogar, ohne Gott überhaupt zu suchen. Unsere Seelen werden so heimatlos, wie wir selbst es schon sein müssen. Immer auf Achse, immer verfügbar, immer flexibel. Ich weiß nicht, wie viele von Ihnen sagen würden, dieser Ort hier, an dem ich jetzt wohne, das ist meine Heimat. Das war wohl einmal einfacher. Das kannte man die Scholle genau, die die eigene war. Und auch um den auf der Nachbarscholle wusste man ganz gut. Heimat, das war Zugehörigkeit zu einem Ort, zu einer Familie, zu einem Milieu und all das zusammen. <br /><br />Dass wir uns also an Sichtbares halten, ist mehr als verständlich und doch: als Christinnen und Christen haben wir eine Heimat, die nicht aus Steinen, Fluss und Panorama besteht. Als Christinnen und Christen haben wir unsere Heimat auch in Gott, in der Suche nach ihm, auf den Wegen, die er in unsere Seele schreibt. Dass Gott uns hält, dass wir nicht allein sind, weil er an unserer Seite bleibt, wie bei den Emmausjüngern (Lk. 24, 13-35), das haben wir oft gehört und gesagt. Und trotzdem ist unser Herz immer wieder eng, wenn wir nicht recht wissen, wo wir hin sollen, wen wir anrufen könnten, weil es dunkel ist vor der Stirn.<br /><br />Die Suche nach Gott, die Suche nach Heimat in ihm, an Beheimatung glauben zu können, und daran, dass &quot;in meines Vaters Hause viele Wohnungen&quot; sind (vgl. Joh. 14,2), ist mehr als eine Idee oder etwas irgendwie Transzendentes. Es ist das Wagnis, innerlich zu sein. Es ist der Mut sich trösten zu lassen, und die Hoffnung, bei sich, bei Gott bleiben zu können, auch wenn die Welt noch so unruhig ist. Die drastischen Beispiele kennen wir wohl, von denen, die nach dem burn-out ein neues Leben anfingen, ganz anders. Ich wünsche uns, dass wir das nicht brauchen, nicht den ganz großen Schnitt. Sondern, dass unsere Gottessuche im Alltag wohnt. Dass sie uns freuen lässt am Kleinen – dass sie uns zweifeln lässt freilich auch. Und dass sie uns tun lässt, nicht zuletzt. Aber vor allem gehört wohl eines dazu: dass wir uns überraschen lassen können. Dass es eben nicht vorgegeben ist, was richtig ist, dass die gute Tat nicht schon fest steht und dass immer schon klar ist, wer auf der richtigen und wer auf der falschen Seite steht. Dass wir uns überraschen lassen können von unserem Gott, weil er sich zeigt. Vielleicht in der Musik, die uns so zu Herzen geht, vielleicht in dem schwierigen Gedanken, der uns tagelang erfasst. Und vielleicht überrascht er uns auch, indem er uns eine Nacht lang die Geborgenheit der Bahnhofsmission inmitten eines kalten und unwirtlichen Bahnhofs schenkt – ein vermeintlich kleines Erlebnis, das doch ein ganzes Leben zu prägen vermag. Denn wenn der Himmel sich im Menschen spiegeln kann, entsteht Innerlichkeit; ohne Himmel aber verlieren wir auch die Weite in uns. <br /><br />Liebe Gemeinde,<br /><br />es ist gut und beeindruckend und extrem hilfreich, was Sie hier tun. Und falls es nicht oft geschieht, will ich Ihnen Dank sagen dafür. Und doch will ich Ihnen gern noch ein kleines wunderbares Päckchen aufladen, bei all dem. Suchen Sie nach Gott in dieser Welt, schauen Sie in verborgene Säle Ihrer Seele, und dann: erzählen Sie von ihm, von all dem Wunderbaren und Erstaunlichen, erzählen Sie von Gott und von dem, was nicht sichtbar ist. „Dein Glaube hat dir geholfen“ heißt es im Gleichnis (&quot;Heilung der blutflüssigen Frau&quot;, Matthäus 9, 18-22par). Dein Glaube hat dich gehend gemacht. Vielleicht lässt uns der Glaube heute ja ankommen, zu Hause sein, in einer unbehausten Welt. Tun Sie Gutes und reden Sie gut von Gott. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig. <br /><br />Und der Friede Gottes, der viel größer ist als all unser Begreifen und unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.]]></content:encoded>
			<category>Synodenpräses</category>
			<category>Termine</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 12:00:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>„Es gibt nicht nur Katholiken und Protestanten“</title>
			<link>http://goering-eckardt.de/detail/nachricht/es-gibt-nicht-nur-katholiken-und-protestanten.html</link>
			<description>Interview mit Katrin Göring-Eckardt über den von Grünen geforderten Werteunterricht in Schleswig-Holstein. Erschienen in „Schleswig-Holstein am Sonntag“ vom 29. April 2012. Das Interview führte K. Lubwoski.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>LÜBECK </b>Schleswig-Holsteins Grüne preschen vor: Wertevermittlung für alle statt Religionsunterricht für einige. „Ein Fortschritt“, erklärt Katrin Göring-Eckardt, Grünen-Politikerin und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, am Rand des Grünen-Länderrats in Lübeck.
<b>Schleswig-Holsteins Grüne wollen weg vom konfessionsgebundenen hin zum Religionsunterricht für alle. Bleibt Ihnen das nicht im Hals stecken?</b>
Nein. Die Grünen in Schleswig-Holstein wollen sich nicht vom konfessionsgebundenen Unterricht verabschieden. Der Vorschlag entstand ja ausdrücklich im Dialog mit den Kirchen, und er ist auch keine Festlegung sondern ein Wunsch nach weiterem Dialog.
<b>Wie vereinbaren Sie denn einen konfessionell ungebundenen Religionsunterricht für alle mit Ihrem Kirchenamt?</b>
Es ist ja ausdrücklich ein konfessionell verantworteter Unterricht, über den da diskutiert wird. Kinder müssen ja erst ihre eigene Kultur und Religion kennen, um sich ein qualifiziertes Bild über andere machen zu können. Erst dann kann man ja fragen: Was bedeutet deine Vorstellung von Religion, Gott, Glauben.
<b>Kann Religionsunterricht für alle überhaupt funktionieren, müsste er dann nicht der Ehrlichkeit halber „Geschichte der Religionen“, „Religionskunde oder „Wertevermittlung“ heißen?</b>
Wie er funktionieren kann, wollen wir ja diskutieren. Viele Ideen werden ja übrigens schon an vielen Schulen umgesetzt. Der Vorschlag lautet nun aber, dass Religionsunterricht alle Kinder erreichen soll. Das wäre kein Rückschritt, sondern ein Fortschritt. Es geht darum, Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre eigene Religion, die eigene Kultur kennen zu lernen, um sich ein qualifiziertes Bild über andere machen zu können.
<b>Die katholische Kirche lehnt den Grünen-Vorstoß kategorisch ab; Nordelbien ist skeptisch, aber gesprächsbereit. Bahnt sich da ein neuer Kirchenstreit an?</b>
Der Vorschlag geht doch dahin, gemeinsam etwas Tragfähiges zu entwickeln. Realität ist aber auch, dass es nicht nur Katholiken und Protestanten gibt.
<b>Ist Religionsunterricht dann überhaupt noch zeitgemäß?</b>
Ja. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass es Menschen gibt, die sich damit befassen, wie ein zeitgemäßer Religionsunterricht grundsätzlich aussehen könnte. Egal, ob ein Kind glaubt oder nicht: Religionsunterricht ist ein Ort, an dem es jemanden kennen und respektieren lernen kann, der glaubt. Und selbst, wenn die Mitgliederzahlen in den Kirchen sinken – das Thema Glauben ist für jeden von Bedeutung.
<b>Ist der Religionsunterricht für alle, der ja wie in Hamburg „in gemeinsamer Verantwortung und evangelischer Trägerschaft“ für Schleswig-Holstein vorgeschlagen ist, nicht ein Versuch, weiterhin das Heft in den Schulen in der Hand zu halten?</b>
Was die Evangelische Kirche in Hamburg zeigt, ist ganz eindeutig Übernahme von Verantwortung. Hamburg ist eine Stadt, in der viele Kulturen zu Hause sind. Ob das Modell Vorbild für Schleswig-Holstein sein kann, wollen wir ja diskutieren.]]></content:encoded>
			<category>Interviews</category>
			<category>Synodenpräses</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>&quot;Viele verstehen das Thema Glauben nicht&quot; </title>
			<link>http://goering-eckardt.de/detail/nachricht/viele-verstehen-das-thema-glauben-nicht.html</link>
			<description>Katrin Göring-Eckardt über ostdeutschen Atheismus und die christliche Mission in &quot;Die Welt&quot; von Samstag, 28. April 2012
</description>
			<content:encoded><![CDATA[Aus kirchlicher Sicht waren es erschreckende Daten, die da vor gut einer Woche von der Universität Chicago veröffentlicht wurden: Nirgends auf der Welt gibt es so viele Atheisten wie in Ostdeutschland, in keiner anderen christlich geprägten Region glauben so wenige Menschen an Gott. Und aus evangelischer Sicht wurde es dann noch schlimmer: Der Schriftsteller Martin Mosebach behauptete im &quot;Welt&quot;-Interview, dass für das Schwinden des Gottesglaubens in Ostdeutschland auch der Protestantismus verantwortlich ist. Dem widerspricht nun vehement Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne). Ihr kann niemand nachsagen, sie kenne sich mit den religiösen Verhältnissen im Osten nicht aus und hielte Gott nicht die Treue. Göring-Eckardt ist Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und war 2011 Kirchentagspräsidentin in Dresden. Sie studierte zu DDR-Zeiten selbst Theologie und ist mit einem Pfarrer in Thüringen verheiratet. Mit ihr sprach Matthias Kamann. 
<i>Die Welt: Frau Göring-Eckardt, warum ist der Atheismus in Ostdeutschland so stark wie nirgends sonst?</i>
 Katrin Göring-Eckardt: Als Grund ist zunächst die DDR-Zeit mit ihrem verordneten Atheismus zu nennen. Der hat mehrere Generationen geprägt, weil sich religiöse Sozialisation vor allem über die Eltern und Großeltern vollzieht. Hinzukommt, dass der politische Widerstand in der DDR zwar unter dem Dach der Kirche, vor allem der evangelischen, stattfand, aber nicht als religiös motiviert wahrgenommen wurde. Die Bürgerrechtsbewegung hat das Dach der Kirche genutzt - das war gut -, aber das geschah nicht primär deshalb, weil die Leute gläubig sondern frei sein wollten.
 <i>Ist nur die DDR schuld?</i>
 Nein. Schon im 19. Jahrhundert wurde in Ostdeutschland der Gottesglaube schwächer. In einigen Dörfern Thüringens waren bereits in den Zwanzigerjahren die Nicht-Kirchenmitglieder in der Mehrheit. Jena ist der Ort, an dem es deutschlandweit die ersten Feuerbestattungen und somit eine Abkehr von christlich geprägten Beerdigungsformen gab. Insofern hat in Ostdeutschland die Entkirchlichung eine längere Tradition.
 <i>Der Schriftsteller Martin Mosebach hat in der &quot;Welt&quot; gesagt, &quot;dass der Protestantismus, so wie er sich im Osten entwickelt hat, mit seinem Hang zur Säkularisierung fast notwendig zur Schwächung des Glaubens geführt hat&quot;. </i>
Mosebachs Behauptung halte ich für absurd. Er scheint zu meinen, dass die Ästhetisierung des Glaubens im Sinne der alten lateinischen Messe das ist, was das Christentum festigt, aber so etwas hat nichts mit der realen Situation im Kernland der Reformation zu tun. Dass durch die Reformation die Menschen mündig wurden, hat sie mitnichten von Gott weggetrieben. Vielleicht haben sich tatsächlich mehr Menschen erlaubt zu zweifeln, anders als offenbar Herr Mosebach, der sich in dem &quot;Welt&quot;-Interview ja nur zu sagen gestattete, dass bei ihm der Glaube hin und wieder &quot;wegsinken&quot; würde. Im Übrigen spricht gegen Mosebachs These, dass die Menschen in katholisch geprägten Ländern wie Tschechien oder Frankreich dem Gottesglauben im Durchschnitt heute ferner stehen als die Menschen in Gesamtdeutschland.
 <i>Mosebach bescheinigt den Ostdeutschen Rückständigkeit. Er sagt, dass &quot;die Erfolgreichen, die mit der modernen Welt Zurechtkommenden heute eher auch die Gläubigen&quot; seien. </i>
Dann soll er mal nach Ostdeutschland kommen und sich ansehen, was dort im Zuge eines großen Transformationsprozess alles an Erfolg und Innovation entstanden ist. In der lateinischen Welt, in der Herr Mosebach geistig zu leben scheint, dürfte es in den letzten Jahrzehnten sehr viel weniger Veränderung und Kreativität gegeben haben als in Ostdeutschland. 
<i>Wie erleben Sie den Nicht-Glauben? </i>
Als Fremdheit, als Fremdeln. Nur bei einer Minderheit kann man von gefestigten Atheisten sprechen, die im Marxismus-Leninismus-Unterricht freiwillig lernten, warum Religion Opium des Volkes sei und warum es Gott nicht geben könne. Die meisten sagen, dass sie das ganze Thema Glauben nicht verstehen. Solche Leute gehen durchaus in Kirchen, schauen sie sich aber nur als Baudenkmäler an, ohne zu wissen, w welche Bedeutung das Gebäude hat. 
<i>Erleben Sie dann Fragen, was das denn sei mit dem Glauben?</i>
 Ja, meist in dem Sinne: &quot;Was hat das denn mit dem realen Leben zu tun?&quot; In die Kirche gehen viele Säkulare zu Weihnachten oder an Wendepunkten des Lebens, bei der Hochzeit, bei Beerdigungen. Oft spüren sie aber nicht, dass es in der Kirche in diesen Situationen in besondere Weise um sie selbst geht. Für uns ist dieser Eindruck der Irrelevanz für die theologischen Aussagen eine große Herausforderung. 
<i>Warum ist das so? Warum sind die Menschen bereit, über eine &quot;höhere Macht&quot; nachzudenken, die einen irgendwie trägt und ansonsten vor sich hin schwebt, nicht aber über den freundlichen und dialogorientieren jüdisch-christlichen Gott?</i> 
Die pure Freundlichkeit Gottes wird vielleicht nicht als besonders interessant wahrgenommen. Aber das Grundsymbol des christlichen Gottes, das Kreuz, ist nun auch nicht eben leicht zu verstehen. Deshalb müssen wir versuchen, zur Erklärung des Kreuzes die tiefen und tröstlichen Gottesgeschichten zu erzählen, und zwar um dieser Geschichten selbst willen, ohne sie sofort mit einer politischen oder moralischen Botschaft zu verbinden und damit zu trivialisieren. Wir müssen zeigen, wie tief und befreiend uns Menschen dieser personalisierte Gott verwandeln, und wie sehr er deshalb ein seelischer Beistand sein kann. 
<i>Sondern? </i>
Wir sollen uns um die Heimatlosigkeit der Seelen kümmern und den Menschen zeigen, dass es in den Kirchen für sie hell und heil wird, während die meisten wohl finden, dass es hinter Kirchentüren dunkel und problembeladen zugeht . Wir stehen vor der schwierigen Aufgabe, über Gott wieder so verständlich und lebensnah, aber auch tief und gehaltvoll zu sprechen, wie es Gott selber ist. Viele von uns Gläubigen aber neigen dazu, über Gott entweder in einer sehr internen Sprache zu reden, in einer abgeschotteten kirchlichen Begrifflichkeit, oder aber in einer eher trivialen Sprache. 
<i>Müssten die normal zweifelnden Christen mehr missionarische Impulse entwickeln, statt Mission den völlig Überzeugten zu überlassen? </i>
Ihre Frage ist insofern berechtigt, als Normalchristen so gut wie nie über ihren Glauben reden, sondern meinen, Religion sei bloße Privatsache. Ich weiß das aus eigener Erfahrung: Lange Zeit habe ich über alles Mögliche geredet, nur nicht über meinen Glauben. Irgendwann aber habe ich, auch wenn das pathetisch klingen mag, die Bibelstelle gelesen, wo es heißt, dass wir rausgehen und die Botschaft in die Welt tragen sollen (vgl. Mt 28, 28). Das hat mir gutgetan. Sicher, ich fühle mich oft getragen von meinem Glauben an Gott; aber ich gehöre nicht zu den Hundertprozentigen, sondern kann auch über meine Zweifel offen reden. Und ich glaube wohl, dass wir in der Kirche mitunter zu schnell und zu viel Antworten geben auf Fragen, die noch gar keiner gestellt hat. 
<i>Unter Gebildeten werden zwar die Stoffe der griechischen Mythologie mit ihren Göttern und ihrem Schicksalsverhängnis weithin geschätzt. Aber die biblischen Stoffe, die oft differenzierter und insofern realistischer sind, kennt kaum jemand.</i>
 In der Tat, die gelten als Kindergeschichten, über die man unter Erwachsenen nicht reden könne, genauso wenig wie über den Psalmvers, den man plötzlich auf den Lippen hat. Aber wenn man doch einmal drüber redet, sind die Reaktionen sehr positiv. Zu Ostern habe ich in einer Predigt die Wendung &quot;Totgesagte leben länger&quot; gehört, am Karfreitag den Satz &quot;Es gibt immer viele Opfer, aber ganz wenige Täter&quot;, und diese Sätze habe ich auf Facebook gepostet. Da gab es innerhalb kürzester Zeit sehr viele inspirierte Antworten. 
<i>Wie ist mit dem Unglauben beim Reformationsjubiläum 2017 umzugehen, das ja einen Schwerpunkt an den ostdeutschen Luther-Stätten hat? </i>
Wichtig ist schon der Begriff Reformationsjubiläum. Es geht weniger um Luther als um die Reformation. Daher ist in einem ersten Schritt über deren Geschichte zu sprechen, über ihre Errungenschaften, auch über Schattenseiten. Zweitens müssen wir das Freiheitsversprechen der Reformation verdeutlichen. Freiheit ist in Ostdeutschland ein hoher Wert. Drittens wünsche ich mir die Zuwendung zum Ursprung, zum biblischen Text. Es wäre schön, wenn wir Menschen damit anrühren könnten. Wir stehen in neuer Form vor Luthers Aufgabe: Wir haben die Bibel zu übersetzen, nicht mehr ins Deutsche, sondern ins Leben der Menschen in ganz Deutschland. ]]></content:encoded>
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			<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
			
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