30. August 2026

Ostdeutschland als Spiegel der Zukunft

Seit fast 36 Jahren ist unser Land wiedervereint. Seit 36 Jahren reden wir über Unterschiede, Defizite und Schwierigkeiten – besonders gern vor Wahlen in Ostdeutschland. Doch dabei fällt eines viel zu oft unter den Tisch.

Deswegen lenken wir als AG Ost der Bündnisgrünen Bundestagsfraktion in unserem Autor*innenpapier den Blick darauf: auf die Erfahrungen, die Stärken und die Ideen, die hier entstanden sind. Denn Ostdeutschland ist Vorreiter für den Umgang mit Umbrüchen, Protagonist mutiger Neuan­fänge.

Die Mehrheit der Menschen in Ostdeutschland hat in den vergangenen 36 Jahren mit großem Mut und Hoffnung auf ­Mitbestimmung und mehr Wohlstand tatkräftig und konstruktiv eine neue Wirtschaftsstruktur, Verwaltung, Kultur und Gesellschaft mitgestaltet.

Bei Wirtschaft und Energie, bei Bildung und Innovation oder bei Umwelt und Natur: Von Ostdeutschland kann man etwas lernen! Insbesondere in einer Welt, in der der Verlust an Sicherheit, Bündnissen und selbstverständlich geglaubten Ordnungen inzwischen nahezu überall spürbar ist.

Dafür ist es sinnvoll, dass unsere Gesellschaft den­jenigen Menschen in Ostdeutschland, die große Umwälzungen und Transformationen bereits gemeistert haben, mehr Gehör schenkt. Von ihrem Erfahrungsschatz, auch den Fehlern, sollten wir gemeinsam lernen und profitieren.

Wir brauchen ein neues Kapitel der Deutschen Einheit, ­indem wir uns gegenseitig auf unsere Stärken beziehen und gerade die Stärken der Ost­deutschen endlich für das nutzen, was wir sein wollen und können: Ein Land, das auch in der Krise funktioniert, das die Natur bewahrt, das allen eine Heimat ist und Neugier und Kraft für Neubeginne zum Standard macht.